Es geht um alles und nichts.

20. November 2009

Beats und Blutsauger

Am 12. Januar 2010 werden Vampire Weekend mit ihrem neuen Album "Contra" um die Ecke biegen. Der Anfang Oktober diesen Jahres veröffentlichte Song "Horchata" lässt auf verstärkte elektronische Einflüsse beim Nachfolger zum selbstbetitelten und international hofierten Debüt (2008 über XL Recordings erschienen) vermuten. The Ruby Suns, Animal Collective oder El Guincho lassen herzlich grüßen.



Vielleicht hat eine etwaige Elektrifizierung aber auch etwas mit den Umtrieben von Keyboarder Rostam Batmanglij zu tun. Der hat nämlich im Juli 2009 gemeinsam mit Wes Miles von Ra Ra Riot sein elektronisches Projekt Discovery mit dem Debüt „LP“ präsentiert.



Die seit gestern im Netz befindliche Single "Cousins" zeigt hingegen, dass der mit zackigen Surf-Gitarren und polyrhythmischem Geklimper begonnene Weg, wohl auch 2009 konsequent weitergegangen wird. Wenn auch mit etwas komplexeren Song-Strukturen und mehr Spiel- bzw. Experimentierfreude. Süßer die Glocken nie klingen also.
Auch der dazugehörige, gewohnt spaßig montierte Musikvideoclip zeugt von vielen kreativen Ideen. Das Interesse gegenüber der anstehenden Veröffentlichung wäre damit jedenfalls gefördert.

Seife und Haut

Anja Plaschg alias Soap and Skin hat Ende Oktober über PIAS einen neuen Tonträger veröffentlicht - eine EP namens "Marche Funèbre".

Außerdem gibt es seit kurzem ein Video zu ihrem Song "Thanatos". Sehr viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen, Bild und Ton sprechen für sich und sie.


Herantasteninstrument

Am heutigen Freitag veröffentlicht eine neue deutschse Band namens Enno Bunger ihre erste EP. Diese trägt den Titel "Herzschlag" und erscheint über das Label PIAS. Das Trio wird vom Pianospiel und Gesang des gleichnamigen Frontmanns getragen und erinnert von der Stimme und Dramatik her etwas an Peter Thiessen von Kante, zumindest ist das beim Song "Herzschlag" der Fall. Dieser Vergleich soll aber nicht von der Qualität der bisher hörbaren Songs ablenken. Diese stehen durchaus für sich - interessanter "Klavier-Pop" aus Deutschland, der Romantik nicht scheut, aber trotzdem nicht pathetisch wirkt.

Die dazugehörige Videoauskopplung kann hier unter die Lupe genommen werden. Eine relativ kühle bzw. distanzierte Bild-Ästhetik und Naturbetrachtungsweisen, wie man sie eben auch aus dem Blumfeld-Umfeld her kennt.

Akustik Techno und Housemusik

Elektronische Musik muss nicht ausschließlich mit elektronischen Gerätschaften erzeugt werden. Das wissen und praktizieren auch die deutsche Formation Brandt Brauer Frick. Sie besteht aus den drei Musikern Jan Brauer, Daniel Brandt und Paul Frick.

Die ersten beiden sind schon seit geraumer Zeit unter dem Namen Scott unterwegs und haben sich bisher in einer elektro-akustischen Mischung aus Swing, Jazz und House versucht.





Als Trio beschreiten Brandt Brauer Frick allerdings tendenziell reduziertere Wege, indem sie instrumental eingespielte Minimal-Techno-House-Variationen produzieren. Einzelne Klangelemente werden, ohne dem Einsatz von elektronischem Sampling, aneinandergereiht, überlagert und im Großen Ganzen eines Tracks zusammengeführt.



Unter dem Titel "Iron Man" ist im August diesen Jahres bereits eine EP auf dem dänischen Label Tartelet veröffentlicht worden. Im Februar 2010 soll ebendort ein Album veröffentlicht werden. Angesichts des hervorragenden Tracks und des nicht minder begeisternden Videos, erscheinen Vorfreude und gesteigerte Aufmerksamkeit in die Richtung dieser drei Herren also mehr als angebracht.

19. November 2009

Im Begriff anzukommen

Nun hat es auch der ORF geschafft sich endliche eine Art Mediathek online einzurichten. Das vorläufige Ergebnis davon kann unter dem Namen TVthek eingesehen und besucht werden. Design bzw. Aufmachung sind jedenfalls wesentlich ansprechender als die der unsäglichen Website des Senders. Auf dieser Baustelle wird dann hoffentlich auch mal was geschehen. Wir bleiben gespannt, wie weit sich der Österreichische Öffentliche Runfunk noch in die Untiefen des Internet hineinwagen wird. Es kann nur besser werden.

Zurück in die Zukunft

Liebe Vernachlässigte,

Nach Monaten der Abstinenz kehre ich wieder an die angestaubte Tastatur zurück, um einzig euch zu berichten und einzig mir von der Seele zu schreiben. Keine Sorge, ich war nicht erkrankt oder auf Urlaub oder sonstiges, sondern einfach anderswo viel beschäftigt.

Es geht wieder weiter, kein vorläufiges Ende in Sicht. Anstrich und Applikationen könnten sich künftig ändern aber ansonsten nicht viel, der alte Holzkopf bleibt genauso knospend und morsch wie früher, wird mit jedem Tag, mit jedem Jahresring besser. Versprochen. Gehalten!

Zurück in die Zukunft - mit mir, mit euch.

Beste Grüße,
der Holzkopf

9. August 2009

wieder wild

Ein neuer Trailer für den hier bereits angesprochenen Film "Where The Wild Things Are" ist online gegangen und er lässt die Erwartungen auf eine hinreissendes und umwerfendes Kinoerlebnis erneut in bisher unerreichte Höhen schnellen. Euphorie!

30. Mai 2009

Verlässlichkeit auf hohem Niveau

Verlässlichkeit muss nicht unbedingt etwas mit Vorhersehbarkeit zu tun haben. Das hat der altgediente HipHop-Held Mos Def nicht erst mit seinem Album "The New Danger" von 2004 bewiesen. Dennoch ließen die auf diesem Blog bereits vorgestellten Video-Vorgeschmäcker erahnen, in welche Richtung sich das neue Werk "The Ecstatic" (9. Juni im Kalender beidseitig schwarz anstreichen) hinbewegen würde: back to basic. Auf das Wesentliche reduziert, auf erfahrene Reimakrobatik plus geschichtsbewusste Funk/Soul-Rhythmik zeigt sich auch die unlängst verfilmte Single "Casa Bey". Souveräne Performance und trotzdem nicht unspannend, auf das kann man sich beim Herrn Def auch 2009 verlassen.

19. Mai 2009

Hot Buttered Chip

Selten passiert es, dass mich eine Band auf Anhieb derartig begeistert, dass ich es kaum erwarten kann den dazugehörigen Tonträger in Händen und Ohren zu halten. Nachdem ich Songs wie "OK" oder "London Girl" von The Invisible gehört hatte, stellte sich aber genau dieses Gefühl wieder ein.



Die Band selbst bezeichnet ihre Musik als "Experimental Genre-Spanning Spacepop".
Ich hingegen würde eher dazu tendieren, sie als Gitarren-lastigere, mit Jazz kokettierende und mit süßlichem Soul aufgefettete Version von Hot Chip zu bezeichnen. Selbst wenn diese Referenz gleichzeitig unzureichend erscheint, denn die Musik von The Invisble klingt für sich genommen außergwöhnlicht gut genug. Das hört und spürt man auch. Auf Anhieb.

Ein Hut, ein Stock, ein Damenunterrock

Gegen Ende dieses Jahres wird Guy Ritchie die Romanfigur Sherlock Holmes auf die Leinwand bringen. Im gleichnamigen Film wird diese von Robert Downey Jr. verkörpert werden, an seiner Seite wird Jude Law als Dr. Watson zu sehen sein.



Der Trailer zu diesem effektvollen Spektakel verspricht erwartungsgemäß einen rasanten Erzählmodus, verbale und physische Schlagabtäusche, Explosionen, Draufgängertum, betonte Coolness und einen fallweise düsteren Entwurf der Stadt London.
Mit früheren Adaptionen, wie etwa jener der britischen Serie "The Adventures of Sherlock Holmes" Mitte der 80er Jahre und ihren vergleichsweise weichen Bildern, hat die Umsetzung von 2009 also offenbar sehr wenig zu tun.



Gedanklich zurückversetzt in die Zeit, als ich selbst mit der literarischen Figur des englischen Abenteuerdetektiven erstmals in Berührung kam, zeichnen sich vor meinem geistigen Auge Bilder ab, die mit dem Versuch von Guy Ritchie nicht wirklich einhergehen. Vielmehr entspricht meine persönlichen Vorstellung der Figuren und Handlungen einer Ästhetik, wie sie sich in der Comic-Verfilmung "From Hell" der Gebrüder Hughes finden lässt: durchwegs dunkle Gassen, zwielichtige Gestalten, menschliche Makel und Abgründe jenseits einfacher Gut-Böse-Schemata.



Albert und Allen Hughes dürften aber vor allem auch für ihr Filmdebüt "Menace II Society" von 1992 bekannt sein.
Sieben Jahre später brachten sie außerdem eine Dokumentation in die Kinos, in der sie anhand ausgewählter Porträts von der amerikanischen Pimp-Subkultur und ihren Ausformungen erzählen. Zwischen den vielen Dialog-Szenen wurden konsequent Ausschnitte aus einschlägigen Pimp-Filmen ("The Mack", "Dolemite" u.a.) montiert. "American Pimp" - Nicht nur für Blaxploitation-Fans eine interessante Angelegenheit.


Mit und ohne Anspruch tanzen

Das Line-Up des diesjährigen Splash! Festivals überrascht nicht nur mit seiner Fokuserweiterung in Richtung Tanzbarkeit (MSTRKRFT, Boys Noize, Alter Ego, u.a.) sondern auch mit der Zusammenführung patriarchaler Künstler und emanzipierter bis feministisch agitierender Künstlerinnen (Lady Sovereign, Terry Lynn, Yo Majesty, u.a.).
Das vielleicht auffälligste Gegensatzpaar ist in diesem Zusammenhang das gemeinsame Programmieren der sexistischen Krawallkerle Frauenarzt & Manny Marc auf der einen und der sexuell offensiven Feministin Peaches auf der anderen Seite.





Einst trafen sich King Orgasmus One und Alice Schwarzer im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen, um miteinander über Musik und Pornographie zu sprechen.
Vielleicht begegnen sich Peaches und Frauenarzt ja im Backstage-Bereichs des Festivalgeländes und kommen ebenfalls miteinander ins Gespräch...



HipHop for the Future

Der Berliner DJ und Produzent Robot Koch hat sich unlängst ein eigenes Label mit dem Namen Robots Don't Sleep geschaffen. Die erste Veröffentlichung darauf heißt "Afterschocks" und ist eine gemeinsame EP mit Cerebral Vortex aus den USA.

Ein Video zum Titeltrack gibt es auch, inklusive dem jungen Micheal Jackson und seinen bezaubernden Augen. "It's like Motown with lazers" - noch Fragen?

11. Mai 2009

Alte Männer und junge Frauen

Altmeister Woody Allen wird in den Sommermonaten wieder einen Kinofilm in die europäischen Kinos bringen und dieser trägt den Titel "Whatever Works". In der Hauptrolle wird allerdings nicht hauptsächlich ein junges Starlet wie etwa Scarlett Johansson zu sehen sein, sondern im Fokus steht diesmal der Mitbegründer des Serienerfolgs "Seinfeld" und mittlerweile selbst zum Serien-Star gewordene Stand-up Comedian, Larry David.



Dem Trailer nach zu urteilen, scheint sein Rollenprofil im Film, jener seiner erfolgreichen HBO-Serie "Curb Your Enthusiasm" sehr ähnlich zu sein. Ein liebenswürdig hinterhältiger, cholerischer, schwer vorurteilsbehafteter und tendenziell opportunistischen Anti-Held, der an seinem Umfeld, aber vor allem an sich selbst scheitert.





Im besagten Serienformat stolpert die Figur des Larry David bereits seit 1999, in mehr als sieben Staffeln, zwischen Hollywood und Haushalt durch die vermeintlich wohlgesinnte Gegend. Nun hat sich Herr Allen also diesem artverwandten Neurotiker zugewandt und übersiedelt ihn, mit anderer Biografie und anderem Namen ausgestattet, von Los Angeles weg nach New York City, um gemeinsam mit der deutlich jüngeren Evan Rachel Wood von Liebe und dem Leben zu erzählen.

"Whatever Works" ist übrigens nicht erste Zusammenarbeit zwischen Woody Allen und Larry David, im Film "New York Stories" von 1989 beispielsweise, traten beide gemeinsam vor die Kameras.

Drahteselsuperhelden

Radfahren kann sowohl gefährliches Hobby, als auch gefährlicher Beruf oder aber beides zugleich sein. Etwa, wenn man seine Brötchen damit verdient, als leideinschaftlicher bis lebensmüder Bike Messenger in Städten wie New York zwischen Passanten Autos, Bussen, Bahnen und anderen Hindernissen, auf schnellstem Weg von A nach B zu kommen, um Ende des Tages seinem Auftraggeber nicht mehr als eine Sammlung krakeliger Unterschriften zu übermitteln. Wo andernorts Kaffee getrunken wird, um frühmorgens die Kurve in Richtung Festplatte hochfahren zu kratzen, beginnen diese selbsternannten Superhelden der Gegenwart (siehe und höre Videos unten) ihre Arbeitsstunden mit einem kräftigen Schuss Adrenalin.
Gemächliches in-die-Pedale-Treten war gestern, heutzutage geht es im unmotorisiert zweirädrigen Straßenverkehr um nichts weniger, als um Leben und Tod. Das klingt nach Dramatik und Gefahr, aber auch nach lustvollem Leben. Das ist kein großes Kino und auch kein großes Tennis (selbst wenn sich bereits Sponsoren wie Puma für die Fahrradbotenszene interessiert). Das ist "nur" großstädtischer Alltag.



Messenger from Kalim Armstrong on Vimeo.




Immer wieder Samstag

Dankenswerterweise haben die Herren Slomo (Beats), Lunte (Raps) und textkollektor (Videos) ihr Internetvideoprojekt Samstag2015 nicht eingestellt, sondern Anfang Mai mit neuem Material eine verheißungsvolle zweite Staffel gestartet. Jede Woche gibt es also wieder anspruchsvolles Spiel der Worte gemeinsam mit vertrackten Rhythmen zu bestaunenen, zusammengefasst in minimalistische aber effektvolle Videoclips.

Verändert haben sich dabei ein wenig Adresse und Äußeres der Internetpräsenz und offenbar auch die dargestellte Selbstinszenierung in den einzelnen Kurzfilmen. Denn in den ersten beiden Episoden der zweiten Runde sind Slomo und Lunte schwarz bzw. weiß gekleidet und mit selbst gebastelten Papp-Masken zu sehen. Das erscheint zwar nicht mehr ganz so originell wie einst beim Kollegen (MF) Doom (der bekanntlich unlängst ein neues Werk mit Namen "Born Like This" veröffentlicht hat) , wirkt aber natürlich trotzdem geheimnisvoll und Interesse weckend. Der Vorfreude hinsichtlich der noch folgenden Episoden (und Staffeln?) von Samstag2015 tut der neue Anstrich jedenfalls keinen Abbruch, die Qualität bleibt schließlich die gleiche - zum Wiederhören und Wiedersehen.



Das Original und seine Ladies.

8. Mai 2009

Black Star

Der alte HipHop-Hase Mos Def wird am 9. Juni wieder ein Album veröffentlichen und dieses wird "The Ecstatic" heißen. Unter anderem hat er dafür mit Madlib, Oh No, Slick Rick und Black Thought zusammengearbeitet. Abgesehen von diesen namhaften Größen hält die Gerüchteküche auch den Namen Kanye West parat. Das Endergebnis wird die ausstehende Erkenntnis bringen, bsi dahin darf man sich schon mal mit den schon veröffentlichten Videoclips seiner Myspace-Seite vorfreudig vergnügen.

Mos Def - Flowers - The Ecstatic avail 6/9/09


Mos Def - Words - The Ecstatic - available 6/9/09



Darüber hinaus wird Mos Def auch wieder auf der Leinwand in Erscheinung treten, d.h. in den U.S.A. tut er das in dem Film "Next Day Air" bereits seit heute, dem 8. Mai. Bis der Film in Europa anrollen wird, dauert es natürlich entsprechend (bis jetzt konnte ich für Deutschland und/oder Österreich noch keinen Starttermin eruieren).

Laut einem Bericht der New York Times würde der Film sogar an die Ära der Blaxploitation-Filme erinnern, bzw. unter zeitgemäßen Vorzeichen eine Art Neo-Blaxploitation darstellen:
"But with a script that snaps, characters that pop, a blaze of streetwise attitude and enough firepower to pulverize a significant chunk of South Philadelphia, “Next Day Air” nears neo-blaxploitation perfection."
Der Trailer gibt noch zu wenig Einblick, um sich einem solchen Urteil gänzlich anschließen zu können, unterhaltsam scheint die verworrene Gangster-Geschichte aber auf jeden Fall zu sein.

7. Mai 2009

Bringing back the old Stuttgart Rap

Unlängst war ich im schönen Rom, um dort ein paar Tage lang die Seele zwischen leckerem Essen und frühlingshafter Atmosphäre baumeln zu lassen und da ist mir beim Durchstöbern eines Flohmarktes glücklicherweise ein Pullover in die Hände gefallen, auf dem ein großer Aufdruck prangert, der von HipHop-Kultur in Stuttgart und damit auch von wesentlichen Teilen meiner Sozialisation in Sachen deutschsprachige Reimkunst erzählt. Mit einem geringen Preis, aber dafür mit umso mehr persönlichem Wert bedacht, habe ich dieses Textil also erstanden und erfolgreich in meine stadtliche Kleidersammlung integriert.

Kolchose lautet das wohlklingede Stichwort und meint jenes Künstlerkollektiv, das sich um Namen wie Freundeskreis, Massive Töne, Afrob usw. herum bildete. Was mir bis vor kurzem nicht bewusst war, war der Umstand, dass diese Gruppe Kreativer sich zwischen den Jahren 1995 bis 1999 nicht nur örtlich, sondern auch räumlich konzentrierte, nämlich in dem mittlerweile abgerissenen Radio-Barth-Gebäude im Zentrum von Stuttgart. Ein wesentlicher Treffpunkt der Szene, wo nicht nur berühmt berüchtigte Reimemonster aus und ein gingen, sondern auch kleinere Firmen und Shops aus dem Umfeld angesiedelt waren. Von der Bar und ihren angeblich so ausgelassenen Parties ganz zu schweigen.

Über "DasDing.tv" ist nun eine kleine Dokumentation über dieses bedeutungsvolle Haus und seine -Meister in die unendlichen Weiten des Internetzes gelangt. Kurz aber umfangreich, sowie die Zeit dieser kulturellen Blüte im Herzen von Stuttgart.



"Props" gehen an Manuva und seinen Supercity-Blog, durch ihn wurde ich auf diesen Filmbeitrag aufmerksam.

Nachtleben im Mai

Der Monat April wurde mit Ankündigungen und Empfehlungen hinsichtlich Terminen zum Fröhnen des Nachtlebens meinerseits vernachlässigt. Dies soll allerdings eine kleine Ausnahme bleiben und mit den folgenden Veranstaltungshinweisen soll wieder zurück zu alter Form und damit zur Revitalisierung der künftigen Abendstunden gefunden werden.

Wir sehen uns vor Ort, oder auch nicht.

Scott Matthew
07.05.2009, Wien, Wuk

And You Will Know Us By The Trail of Dead
07.05.2009, Wien, Arena

Jeniferever
07.05.2009, Wien, Vorstadt

Auxes
08.05.2009, Wien, Tüwi

Fest der Reime
08.05.09, Wien, Einbaumöbel

Rainer Trüby
09.05.2009, Wien, Planetarium

Pursuit Grooves/Onra
09.05.2009, Wien, Club U

Super700
10.05.2009, Wien, B 72

The Love Of Everything
12.05.2009, Wien, Arena

Casiotone For The Painfully Alone
12.05.2009, Wien, Arena

Grand Archives/The Wooden Birds
13.05.2009, Wien, Wuk

Bodi Bill/Eleni Mandell
13.05.2009, Wien, Wuk

The Paper Hats
13.05.2009, Wien, Café Phil

Hint
15.05.2009, Wien, Café Leopold

Jungle Brothers
15.05.2009, Wien, Planetarium

Mark de Clive-Lowe & Bembe Segue
15.05.2009, Wien, Roxy

Kollegah/Favorite/Casper/Shiml/L.A.R.
16.05.2009, Wien, Szene

11 Jahre Jungle Fever: Goldielocks, Dean Rodell, Kamp&Whizz Vienna u.a.
16.05.2009. Wien, Arena

Kevin Blechdom
16.05.2009, Wien, Wuk

Parker
16.05.2009, Wien, Café Leopold

Pink Mountaintops/Mirah/Tara Jane O'Neil
19.05.2009, Wien, Arena

Springfestival
20.05. - 24.05.2009, Graz

Kavinsky/Busy P
21.05.2009, Wien, Fluc

Malajube
22.05.2009, Wien, B 72

The Deckpackers
22.05.2009, Wien, Café Leopold

AC/DC
24.05.2009, Wien, Ernst Happel Stadion

Psychic TV
25.05.2009, Wien, Rhiz

Maximilian Hecker/Nervous Nellie
26.05.2009, Wien, Szene

Miss Kittin
26.05.2009, Wien, Flex

K.I.Z.
27.05.2009, Wien, Arena

Gemma Ray
31.05.2009, Wien, B 72

25. April 2009

The Motherboard and the Balls of Steel

Der Frühling ist da, die Sonne scheint und die Straßen sind trocken. Für Menschen, die sich gerne gemütlich bis trickreich bis schnell auf Rollbrettern fortbewegen bedeutet das, dass die Asphalt-Saison aber sowas von eröffnet ist. Grund genug, sich selbst in rollende Bewegung zu bringen, aber auch Grund genug, um sich in Phasen der Entspannung, an die Urmütter und Urväter des Rollbrettsports und seiner vielfältigen Kultur zu erinnern.

Beim Imaginieren von Nicht-selbst -erlebter-Geschichte kann, wie so oft, Freundin Internetz sehr behilflich sein. So auch im Falle dieser BBC Dokumentation, die zwar an ihrem Beginn mit patriarchal-rassistischen Bemerkungen äußerst unangenehm auffällt (verkürzt gesagt: von wegen aufgestautet männliche Energien in der gottverdammt post-modernen Welt doch Neandertaler-gleich abbauen zu müssen), nichtsdestoweniger insgesamt aber ein sehr umfassendes, interessant montiertes Zeitdokument darstellt. Außerdem soll hier ohnehin nichts unkritisch aufgesaugt und eingespeichert werden. So viel Denken muss auch beim beflügelnden Sport sein.

Viel Vergnügen bei der kritischen Projektion in sieben Teilen - "Skateboard Kings" von 1978, aus der BBC-Reihe "All About Us":



Darüber hinaus bin ich unlängst wieder über ein Downhill-Video gestolpert, dass mir schon seit einiger Zeit bekannt ist, aber etwas in Vergessenheit geraten ist. Um es kurz und trefflich zu formulieren: es ist schlichtweg atemberaubend.
Unterhalb des Videos wurden diverse Gastkommentaren abgegeben und der vielleicht trefflichste ist der, der meint, dass die beiden todesmütigen Fahrer "balls of steel" hätten. Freude am Risiko und das passende Modebewusstsein haben die beiden auf jeden Fall, doch überzeugt euch einfach selbst.


Adam Kimmel presents: Claremont HD from adam kimmel on Vimeo.

Klarzustellender Rechtfertigungsbedarf

Geschätzte LeserInnen,

Lange ist es her, dass ich mich mit textlichen Beiträgen gemeldet habe und gute Gründe dafür gibt es auch. Einerseits, weil ich in den vergangenen Wochen reichlich mit Arbeit eingedeckt war und andererseits, weil ich mir eine Ausszeit in Form eines Kurzurlaubes gegönnt habe, um mich kurz darauf wieder in Berge aufgestauter Arbeit zu stürzen.

Jedenfalls bin ich wieder zurück und höchstgradig schreibwillig und das bedeutet, dass es in nächster Zeit wieder sehr viel zu lesen geben wird.

Meinerseits also alles klar soweit.

12. April 2009

Neues aus dem Nest

Drei österreichische HipHop-Crews lassen wieder und/oder neuerdings von sich hören und das ist doch Anlass genug, um ein paar Worte zum Sonntag im Raum stehen zu lassen.

perVers aus Wien, genauer gesagt aus dem Umfeld der Rooftop Clique, haben ein neues Video zu dem Track "Sacklbicka" veröffentlicht. Für dessen Intro wurde der bayrische Kabarettist Michael Mittermeier gesamplet und dieser fragt sich, in Bezugnahme auf den 10. Bezirk (wo das Rapkollektiv ursprünglich auch herkommt), ob es in Wien, denn überhaupt so etwas wie Gangster-Rap gäbe. Das Video gibt eine intelligent und humorvoll verpackte Antwort. Oder genauer und mit der richtigen Portion "Schmäh" gesagt:
"Legts eich ned on mit de Masterficker!"


Angriffslustig inszenieren sich auch die jungen MCs rund um die Rap-Formation Wienzeile. Am 23. April werden sie im Club U die Veröffentlichung ihres Debüts "Gestalten gestalten" feiern und seit Dezember vergangen Jahres gibt es auch schon einen kleinen audiovisuellen Vorgeschmack - das schlichte Performance-Kinoreferenz-Video zu "Zukunftsvisionen". Ich bin übrigens heute ganz zufällig über diese Kerle gestoßen, d.h. bei einem kleinen Spaziergang unter der Frühlingssonne, stach mir bei einem Hausvorsprung deren Aufkleber sozusagen ins Auge. Den Track samt Video kannte ich ja schon seit längerer Zeit, doch die Aktualität des Album-Releases war mir beim aufmerksamen Spazieren noch nicht bewusst. Wie praktisch, dass das Anbringen von Stickern (zu Werbezwecken) nicht aus der Mode gekommen ist.



Seit geraumer Zeit, seit dem 26. Jännner nämlich schon, ist das Album von Sodom & Gomorrah "In Gods Naum" erhältlich. Interessant ist dabei nicht nur die vorausgegangen Trennung von Tontraeger Records bzw. die Neugründung von Twomorrow, einem Label, das sich vor allem auf die Förderung sogenannter "Slangstas" und ihren, für österreichische Verhältnisse relativ ungewöhnlichen, HipHop-Zugängen konzentiert. Interessant ist auch, dass sie mit ihrer selbstgewählten (Teil-)Unabhängigkeit mittlerweile relativ erfolgreich zu sein scheinen und sich ganz nebenbei auch einen guten Draht zu dem Exportschlager und Wahlberliner Chakuza aufgebaut haben.

Unlängst wurde auch der Track "Es Geht Dahi" verfilmt und ins Netz gestellt. Spannend klingt das, zumindest für meine Wenigkeit, auf jeden Fall. Das Video selbst, fällt leider - wie auch die meisten anderen Clips aus dieser Ecke - eher unspannend aus. Oder soll das etwa Teil der Untergrund-Ästhetik sein...? Ich weiß es nicht und beim Tragen von Kopfhören schließt man, sofern man sich nicht gerade im Straßenverkehr oder vor spannungsgeladenem Bildmaterial befindet, ja ohnehin meistens die Augen:


11. April 2009

A(u)stroboy

Jener junge aufstrebende Musiker aus Österreich, der auf den Künstlernamen Dorian Concept hört und mittlerweile die halbe bis ganze Welt bereist hat, um allerorts Menschen zum Tanzen und Applaudieren zu bringen, scheint nun schließlich auch von den österreichischen Medien verdientermaßen ausführlicher besprochen zu werden.
In der aktuellen Ausgabe von TheGap findet sich ein kleiner Artikel über den beat-verliebten Blondschopf und auch die aktuelle Ausgabe von The Message nimmt mit einem großen Interview auf ihn Bezug. Auf die Frage hin, warum er sich denn für das niederländische Label Kindred Spirits entschieden hat, um sein Album zu veröffentlichen, findet er in ebendiesem Gespräch die treffliche Antwort:
"Bei meiner Entscheidung für Kindred Spirits war es mir wichtig, außerhalb von Österreich unterzukommen, weil von Anfang an die Aufmerksamkeit aus dem Ausland da war. In Österreich ist der Support eigentlich erst Ende vergangenen Jahres gewachsen. (...) Die Sachen passieren hier immer relativ spät. Und oft ist es leider auch so, dass man erst dann ernst genommen wird, wenn dich irgendjemand gut findet, der etwas zu sagen hat."
Radio FM4 ist vielleicht schon früher auf ihn aufmerksam geworden als andere, jedenfalls haben sie ihn im Dezember vergangenen Jahres zu einer ihrer "Studio 2 Sessions" eingeladen. Doch hört und seht selbst:



Auch in Belgien interessiert man sich für den jungen Mann und das nun folgende Video scheint zu bestätigen, dass dieser ein talentierter, bescheidener und auch sympathischer ist:



Ich persönlich hab ja nicht wirklich etwas zu sagen, aber ich hab Dorian Concept beim Elevate Festival 2008 erstmalig mit eigenen Augen gesehen und ihn mehr als bloß gut gefunden.
Wer ihn ebenfalls mehr als bloß gut findet und wer auch wirklich was zu sagen hat, ist bekanntermaßen Gilles Peterson. Dieser ist nicht nur bekennender Fan, sondern hat ihn, als selbst ernannter Förderer, auch bei seinen Worldwide-Awards in London live aufspielen lassen.

Das besagte Debüt-Album hört übrigens auf den Namen "When Planets Explode" und dürfte schlichtweg fantastisch klingen (in voller Länge waren mir die neuen Stücke leider noch nicht zugänglich, das sollte sich aber bald ändern).

Apropos Weltraum: Die Regisseure Steven Spielberg, George Lucas, Ridley Scott and James Cameron erklären in dieser kleinen Dokumentation, welche Science-Fiction-Werke aus den 50er Jahren für sie besonders inspirierend waren. Vielleicht wären diese Filme ja auch was für Dorian Concept, der laut eigenen Angaben gerne mal auf das allseits bekannte Sample-Sammelsurium namens YouTube zurückgreift:

7. April 2009

Die gelbe Sau

Unlängst habe ich meinen bescheidenen Leib vor die Tür und auf ein Fahrrad gezerrt, um ihn, meinen doch auch oft genug von mir geschätzten Körper, von der üblichen Bildschirmbräune weg hin zur einzig wahren, naturgegebenen Lichtquelle dieses Planeten zu führen. Das Ergebnis meines eintägigen Ausflugs an der verdächtig frischen Luft, war eine stadtlicher Sonnenbrand, der von nun an meine Nase und die daneben befindlichen Wangen in alarmierenden Rotfarbtönen erstrahlen lässt.

Wie schön, dass der Frühling von vorneherein eingepackt und dem Sommer gleich den Vortritt gelassen hat. So wird nicht nur meine persönliche und die wohl auch von einer größeren Allgemeinheit gefühlte, Vorbereitungsphase hinsichtlich sich anbahnender Rötungen und anderen Hautirritationen von der Oberhaut abwärts verkürzt, Mischhaut- und anderen Typen wird damit dankenswerterweise auch die Gelegenheit geboten, in die darnieder liegende Krisenwirtschaft bzw. in die Kosmetika-Industrie zu investieren. Natur und so weiter, das ist ja alles ein Kreislauf und dabei sein ist doch bekanntlich alles.

Oder um es wie einst Peter Licht auf einen viel trefflicheren Punkt zu bringen (nachzuhören in dem Song "Lied Gegen die Schwerkraft", welcher der erste auf dem 2001 erschienen Album "Vierzehn Lieder" ist):
Und die Sonne kocht auch nur mit Wasser.
Die soll sich nicht so aufspielen die gelbe Sau!

Ihr, der Sonne, der gelben Sau, gebührt dieser Eintrag, inklusive der nun folgenden Auswahl an sommerlicher Musik. Füße hoch, Bauch raus, eingecremt!







1. April 2009

Entgegen der Entschleunigung

Eine handvoll junger Menschen aus York, mit mindestens genau so vielen guten Ideen und ganz bewusst ganz wenig Zeit. Kurz, pregnant, unterhaltsam und gut.



allgemein gesprochen

Bekanntermaßen hat Dizzee Rascal bereits am Beginn seiner Karriere ein Label mit dem Namen Dirtee Stank gegründet. Ein Projekt das ihmzufolge Musik und ihre Künstler weg von der Straße, weltweit in die Clubs und wieder zurück ins Gedächtnis der Menschen der Straße bringen soll. Eine Art missing link mit Erfolgsversprechen für sein kreatives Umfeld:
"The label is about bridging the gap between indies, majors and the street. (...) I have an understanding as to what its like to be in the mainstream. And obviously Im from the street. I did the whole underground thing and was one of the pioneers when it comes to grime. We were the first to be selling thousands of white labels so I can definitely bridge the gap and make big things happen man. "
2006 wurden Footsie & D Double E in ihrer Formation als Newham Generals unter Vertrag genommen und drei Jahre später ist es nun endlich soweit. Das Album "Generally Speaking" wird am 4. April kaufbereit in den Plattenläden stehen.
Seit den Anfangstagen scheint sich in Sachen Sound einiges getan haben, die ersten beiden Singles versprechen hinsichtlich dem übrigen Musikmaterial eine Mischung aus schwer düsterem Dubstep und vertracktem Grime. In einem Interview mit dem Grimeforum spezifiziert D Double E:
"Boy id say its a cross between Dance, D&B, Grime, Dubstep…"
Eine Melange die äußerst interessant klingt und in jedem Fall auch ausgereifter, als das was man aus den Anfangstagen kennt.



Dizzee Rascal scheint Recht behalten zu haben. Der Mann weiß eben, was wann wie klingen muss.



Wot Do U Call It?

2004 thematisierte Wiley in dem Track "Wot Do U Call It?" die Diskussionen rund um das neue musikalische Phänomen, das neue Genre, die neue Begrifflichkeit für das, was fortan Grime genannt werden sollte. Oder war die Begriffsklärung doch nicht ganz so eindeutig?

Die nun folgende Kurzfilm-Dokumentation von Regisseur Adam Smith (vor allem für seine Videoarbeiten für The Streets bekannt) bringt auf den Punkt, was seit jener Zeit kontinuierlich in den Clubs und darüber hinaus Wellen schlägt. "Grime Wave", sozusagen.



Seit kurzem ist nun auch bekannt, dass das neue Album von Wiley am 11. Mai 2009 veröffentlicht werden wird. Seine jüngsten Veröffentlichungen lassen musikalische Weiterentwicklungen vermuten. Es bleibt spannend, inwieweit Tanzbarkeit ein bestimmendes Merkmal für die neuen Tracks sein wird. Bei "Wearing My Rolex" ist das Verhältnis zwischen Text und Ton ja ein relativ eindeutiges bzw. zur Discokugel hin schielendes.



Neben ihm haben auch zwei weitere Säulenheilige des Grime für diesen Sommer jeweils ein Album angekündigt.
Da wäre einerseits Dizzee Rascal zu nennen, der mit seiner Single "Dance With Me" heuer den "Dance Floor Filler Award" des britischen Musikmagazins NME gewann und vorab schon verlautbaren ließ, dass sein neues Album (wird voraussichtlich im Juni veröffentlicht) entsprechend der Single klingen könnte.



Andererseits wäre da auch Shystie zu nennen (deren neues Album auch irgendwann im Sommer veröffentlicht werden sollte), die mit ihrer Single "New Style" ebenfalls vielmehr nach Dance und Electro, als nach rotzigem Grime klingt...



Begriffe wie "Dance" und "New Style" scheinen also künftige Entwicklungen im brodelnden Schoße der Grime-Szene zu prägen. Unter veränderten Vorzeichen bleibt also auch dieses Jahr wieder zu fragen: "Wot Do U Call It?"

30. März 2009

Von Haus aus

In dem von mir unlängst angelesenen Buch "Lost and Sound", findet Autor Tobias Rapp eine, wie ich meine, sehr pointierte Unterscheidung zwischen den Begriffen bzw. Genres Techno und House.
"Das eine ist die Musik mit dem geraden Bummbummbummbumm. Und das andere ist die Musik mit dem geraden Bummbummbummbumm, über das eine Diva "Release Me!" singt."
(Rapp, Tobias: Lost and Sound, Berlin, Techno und der Easyjetset, Frankfurt a. M. 2009, S. 15 f.)
Übrigens beschreibt das Buch Berlin als (europäisches) Zentrum einer sich im Untergrund stetig erneuernden Szene elektronischer Musik bzw. die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland als (europaweite) Techno-Hauptstadt und analysiert - betont subjektiv bis populärwissenschaftlich - die Zusammenhänge zwischen Techno-Kultur, städtischer Gesellschaft und globalisiertem Weltverständnis (inklusive Ausflüge in Richtung Wirtschaft und Politik).

Was House darüber hinaus aber auch bedeuten kann oder könnte, bringen die nun folgenden Szenen aus dem japanischen Film "Frog River" von Regisseur Hajime Ishimine bildhaft zum Ausdruck.





Release Me!

Von Disco zu Disco zu Disco

Zweimal Großbritannien, einmal Dänemark und jedes Mal Annäherungen an Disco: Filthy Dukes bzw. The Black Ghosts und WhoMadeWho. Zusammen liefern diese drei Bands mit ihren aktuellen Alben allesamt Tanzbodenfeger, die sich sehen, hören und rhythmisch beklatschen lassen können.

Schwarz ist die Nacht und verheißungsvoll noch dazu.


Wiederholungstäter, Kopfbedeckungen und Damon Albarn.


Einfärbig aber trotzdem bunt.

26. März 2009

Heimatfilme

Deutschland 09 - Die Filmemacher Fatih Akin, Wolfgang Becker, Sylke Enders, Dominik Graf, Christoph Hochhäusler, Romuald Karmakar, Nicolette Krebitz, Dani Levy, Angela Schanelec, Hans Steinbichler, Isabelle Stever, Tom Tykwer und Hans Weingartner haben sich zusammengetan, um gemeinsam Kurzfilme zu kreieren, die zusammengenommen eine kritische und vielfältige Momentaufnahme des gemeinsamen Heimatlandes Deutschland zu entwerfen (der Vollständigkeit halber: Hans Weingartner ist zwar ursprünglich Österreicher, lebt und arbeitet meines Wissens nach aber hauptsächlich in Deutschland).
Die Eigendefinition lautet folgendermaßen:
"Über 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 40 Jahre nach dem studentischen Aufbruch 1968, 30 Jahre nach dem „Deutschen Herbst" 1977, 20 Jahre nach dem Fall der deutsch-deutschen Grenze 1989 und mitten im gesellschaftlichen Umbruch der „Agenda 2010" auf dem Weg in die globalisierte Welt des 21. Jahrhunderts, findet sich eine Gruppe von Kino-Regisseurinnen und Regisseuren aus Deutschland zusammen, um aus ihren individuellen Blickwinkeln ein Panoramabild der gesellschaftlichen und politischen Situation der heutigen Bundesrepublik zusammenzusetzen."



Ein Projekt, das einen kulturellen Beitrag zu einer gesamtgesellschaftlichen Reflexion und Diskussion leisten will. Gemessen an den Pressestimmen, welche die Website des Films auflistet, dürfte erste mediale Schritte in eine solche Richtung gelungen sein.

Oder wie es Mit-Initiator Tom Twyker selbst zusammenfasst, was die gemeinsam verwirklichte Idee dahinter ist:
"ein gutes Dutzend individuelle filmische Blicke auf das, was wir heute und jetzt als Heimat erleben - und wie wir uns in diesem Land verorten, verirren, verstricken."
Eine filmische Annäherung an einen Identität stiftenden Lebensraum, mithilfe diverser Kurzfilme, hat auch das Projekt Paris Je T'aime versucht. Wobei es dort, wie es schon der Titel vermuten lässt, wohl eher im Gegensatz zum oben angekündigten Deutschland-Porträt, mehr um eine phantasievolle Hommage, als um eine kritische Auseinandersetzung geht.

Ungeheuerliches

Auf kurzen dünnen Kindesbeinen stehend, fühlte ich mich damals schon dem Buch, seiner Geschichte und seinen phantasievollen, monströsen, bunt-düsteren Illustrationen verfallen. Der kürzlich veröffentlichte Trailer zur im Herbst (welche Jahreszeit würde sich besser dafür eignen als diese!?) erscheinenden Verfilmung hat nicht nur meine Erinnerungen vor dem gealterten geistigen Auge wach gerufen, sondern auch mein Kind gebliebenes Herz im drängenden Sturm erobert: "Wo die wilden Kerle wohnen" bzw. "Where the Wild Things Are".

Ursprünglich geschrieben und gezeichnet vom New Yorker Autor Maurice Sendak, war dieses erfolgreiche Stück Literatur nach langjährigen Verhandlungen endgültig in die kreativen Hände des namhaften Videokünstlers Spike Jonze gelegt worden und der dürfte, diesem Appetitsanreger von Trailer nach zu urteilen, ein Meisterstück aus dem Meisterwerk gemacht haben.
Er entschied sich für eine Realfilm-Adaption. Um die Story, entsprechend ihren physisch so präsent erscheinenden Figuren, noch fassbarer zu machen, verriet er gegenüber USA Today:
"I wanted them to actually be there," he says of the seven towering creatures that Max encounters. "I think as a kid I wouldn't imagine it as a cartoon. I would imagine they were in my world. There's a danger with Max being there on a real location. Dangerous and exciting."
Eine zumindest auch für mich sehr nachvollziehbare und erfreuliche Entscheidung. Da die Bilder in Buch und Film aber ohnehin für sich sprechen, hier nun also der bildgewaltige Vorgeschmack:



Der trefflich gewählte Song zum Trailer dürfte den Freunden der kanadischen Empathisten Arcade Fire hinreichend bekannt sein - "Wake Up". Erschienen ist er in dieser Form 2004 auf dem Album "Funeral".

In diesem Jahr wurde auch das Skateboard-Video "Yeah Right!" der Firma Girl Skateboards veröffentlicht, bei welchem ebenfalls der umtriebige Spike Jonze gemeinsam mit Ty Evans Regie geführt hat. Die filmisch umgesetzten Ideen sprechen für sich:



Das dynamische Video-Duo hat es auch 2007 für die Rollbrett-Gemeinde (und darüber hinaus) in Sachen Kreativität ordentlich krachen lassen. Diesmal jedoch für die Firma Lakai, unter dem Titel "Fully Flared":



Bekannt wurde Spike Jonze aber vor allem für seine Musikvideos. Von seinen cineastischen Künsten machten unter anderem auch Daft Punk gebrauch:



Was für ein wilder Kerl!

Die Rückkehr der lebenden Toten

Tot gesagte sterben länger oder so ähnlich. Jedenfalls ist meine Wenigkeit am Leben und hat sehr arbeitsreiche Tage hinter sich, welche es leider nicht erlaubt hatten, in aller Ruhe und nach bestem Wissen, Gewissen und Moment dieser Internetpräsenz in der Regelmäßigkeit ihrer Selbsterneuerung gerecht zu werden. Das Ende der Pause bedeutet hiermit offizielle einen erneuten Anfang.

Apropos Zombie: Wolf-Parade-Mitbegründer Dan Boeckner musiziert liebevoll und leidenschaftlich mit seiner Ehefrau Alexei Perry. Dieses Projekt der Ausdrucksstärke nennt sich Handsome Furs. Das eigentlich auch schon seit dem Jahr 2005, was dann 2007 das Debüt "Plague Park" hervorbrachte. Weil das neuerdings Musizierte stringenter, geradliniger, direkter, rauer und noch kraftvoller klingt, und nunmehr in Form des zweiten Albums namens "Face Control" die Welt um eine stilvolle Rotzigkeit bereichert, soll dies mir zur Betonung meiner Distanzierung zum inneren Exil bzw. zur Hervorhebung meiner Lust am hier, gestern, heute, morgen, übermorgen und überhaupt geschriebenen Wort dienen.



Bei der Gelegenheit könnte eigentlich auch gleich an dieses Meisterwerk des Schauderns erinnert werden. Für Albträumer und jene, die es noch werden wollen: Night Of The Living Dead. Gemacht hats der Mann mit der großen eckigen Brille, auch bekannt als George A. Romero.

17. März 2009

Tscha-Tscha-Tscha

Ja-Ja-Jazzanova haben 2008 mit "Of All The Things" nach sechs langen Jahren ihr zweites Studioalbum veröffentlicht und die Überraschung war groß. Mit den vertrackten Nu-Jazz-Funk-HipHop-Entwürfen von "In Between" hatte die Scheibe herzlich wenig zu tun, war aber dafür mit umso mehr Herzblut angereichert.
Soul - steht seither laut und deutlich zwischen den Zeilen ihrer Tracks bzw. Songs geschrieben. Nicht dass Soul und seine Spielarten früher von dem Berliner Produzentenkollektiv vernachlässigt worden wäre, aber mit dieser Platte wurde es als stilprägendes Element ins Zentrum ihres kreativen Schaffens gesetzt. Hauptsächlich live eingespielte Instrumente, analoge Kompositionen und nur wenige Beats kamen zum Einsatz, auch auf Samples wurde fast gänzlich verzichtet. Das Ergebnis war und ist ein ausgesprochen einfangendes, gehaltvolles und überzeugendes Album, das zum steten Wiederhören einlädt. Diese Herren wissen eben was sie wann, wie und wo tun und das tut wiederum den (künftigen) Freunden ihrer Musik gut.

Auf die Bühnen dieser Welt wird diese Platte mithilfe einer passenden Band-Formation präsentiert werden. So beispielsweise auch beim Springnine-Festival in Graz, welches zwischen dem 20. und 24. Mai abgehalten werden wird.
Als Appetitsanreger hier nun das unterhaltsame Video zu der Single "I Can See":



Apropos: Soul und Funk scheinen auch Cha-Cha-Chase and Status für sich entdeckt zu haben. Bekannt für ihre Mischung von Drum & Bass, Dubstep, Breakbeat und HipHop haben die beiden Briten ihren Landsmann Kano mit der Single "Against All Odds" unlängst einen musikalischen Rahmen verpasst, der ihm (auch trotz der relativ bescheuerten Perücke im Video) sehr gut zu Gesicht steht und unsereins ein vergnügt-dreckiges Hustler-Lächeln ins Gesicht zaubert. Gut so, die Herren.



Am 29. Mai werden Chase and Status übrigens im Rahmen des UrbanArtForms in Wiesen die Plattenteller und Lautsprecher bedienen. Am besten, ihr holt jetzt schon mal die Tanzschuhe aus dem Schrank und wärmt euch entsprechend auf.

Großspuriges

Am 27. März startet die verfilmte Biografie von Notorious B.I.G. in den österreichischen Kinos und wird der Einfachheit halber den Titel Notorious tragen.
Der Rapper aus Brooklyn dürfte Vielen auch unter den Namen Biggie Smalls, Frank White und Big Poppa bekannt sein. Noch viel bekannter dürfte aber sein, dass er vor gut 12 Jahren bei einem Mordanschlag auf ihn sein Leben lassen musste. Sein Hang zur königlichen Selbstinszenierung, seine Reimqualitäten, sein Flow, seine großstädtischen wie großmäuligen Ghetto-Erfahrungsberichte und nicht zuletzt auch der Umstand seines Todes haben zu einer Ikonisierung seiner Person geführt, die sich wohl auch in dem, u.a. von P. Diddy produzierten, Film niederschlagen haben wird.



Mit diesem Carry-Grant-Gusterstückchen hat das oben beschriebene Biopic allerdings nichts zu tun. So spannend ist es er wahrscheinlich auch nicht, man weiß ja schließlich was gegen Ende der Spielzeit passieren muss. Außerdem ist ja George Tillman, Jr. auch nicht "That Master of Suspense". Muss und kann er aber auch gar nicht sein.



Und die Moral von der Geschicht'?



Immer stimmt das auch wieder nicht (siehe oben).

13. März 2009

Günstiges Videotelefonieren

Mehr als ein Jahr ist es her, seitdem "Mystery Repeats", das zweite Album der beiden Niederländer Pete Philly & Perquisite, in gut sortierten Plattenläden, irgendwo zwischen den Fächern HipHop, Jazz und Soul, zu finden sein sollte.

Drei Musikvideos zu ebensovielen Tracks gab es bereits seit geraumer Zeit im Internet (und anderswo, vorzugsweise im holländischen Fernsehen) zu begutachten und seit kurzem gibt es eine vierte Videoveröffentlichung aus diesem Album, namentlich die Single "Q&A".
Gedreht wurde im Westerpark in Amsterdam und das besondere dabei: sämtliche Aufnahmen wurden per Mobiltelefonkamera gemacht. Das Ergebnis sieht äußerst gelungen aus und die leicht wackeligen Bilder passen sich geschmeidig dem Rhythmus an. Bescheiden wirken die Bilder, aber aufgrund der vielen kreativen Ideen (Anruf, Musiker im Hintergrund, Choreografie der Breakdancer, Hund, usw.) auch besonders charmant. So lässig und erfreulich, wie nur ein Spaziergang durch den großstädtischen Park sein kann.

11. März 2009

Schweigen ist Silber, Reden ist Goldkette

Mit Entsetzem gegenüber mir selbst, habe ich kürzlich festgestellt, dass das schönste häßliche Entlein des HipHop, namentlich Ugly Duckling, jenseits meiner persönlichen Wahrnehmung ein neues Album veröffentlicht hat. Die Platte trägt den Titel "Audacity" und bis sie endlich in Händen halten und durchhören kann, bleibt nichts anderes, als die verbleibende Zeit mit den bewährten Vorgängerwerken und visuellen Pausenfüllern zu überbrücken.

Die Ritter des Rap-Rechts.



Die HipHop-Hoffnungsträger.



Der Glaube an das game ist der Glaube an die goldchain.

Hey Foxy!

Unlängst habe ich eine kleine aber nicht uninteressante Dokumentation über das, auch soziokulturell und musikalisch sehr spannende, Blaxploitation-Genre entdeckt. Basierend auf Interviewsequenzen und Filmausschnitten wird überblicksartig ein grober Abriss versucht, der für Einsteiger ein interessanter Appetitsanreger gut sein und als solcher auch ebenso gut funktionieren dürfte. Fortgeschrittene und Kenner diverser Filme können sich an kleinen Details erfreuen - etwa an der Lässigkeit von Pionier-Regisseur Melvin Van Peebles, den politisch motivierten Äußerungen von Afeni Shakur, den Jugenderfahrungen von Quentin Tarantino, dem veränderten Äußeren von Pam Grier oder den treffenden Schlussworten des guten alten Fred Williamson. Zum Hören- und Sehenverstehen:



Weil die (wesentlichen) Filme ohne ihre Musik nicht denkbar gewesen wären, soll hiermit auf einen Künstler hingewiesen werden, der nicht nur den Soundtrack zu "The Mack" und "Foxy Brown", sondern beispielsweise auch für Jackson 5 die Hit-Single "I'll be there" geschrieben hat: Willie Hutch. Er produzierte einige Alben für Motown und war sein Leben lang als Musiker aktiv. Seine letzte Solo-Veröffentlichung erschien 2002 unter dem treffenden Titel "Sexalicious". Worum es thematisch gehen sollte, dürfte in etwa eben so eindeutig sein, wie der Vorspann von "Foxy Brown", dessen zentrales Thema der Körper von Pam Grier ist. Ein Fokus bzw. eine Reduzierung, die auch andere Teile des Films prägt. Zum fuchsteufelswild werden?