Unlängst war ich im schönen Rom, um dort ein paar Tage lang die Seele zwischen leckerem Essen und frühlingshafter Atmosphäre baumeln zu lassen und da ist mir beim Durchstöbern eines Flohmarktes glücklicherweise ein Pullover in die Hände gefallen, auf dem ein großer Aufdruck prangert, der von HipHop-Kultur in Stuttgart und damit auch von wesentlichen Teilen meiner Sozialisation in Sachen deutschsprachige Reimkunst erzählt. Mit einem geringen Preis, aber dafür mit umso mehr persönlichem Wert bedacht, habe ich dieses Textil also erstanden und erfolgreich in meine stadtliche Kleidersammlung integriert.
Kolchose lautet das wohlklingede Stichwort und meint jenes Künstlerkollektiv, das sich um Namen wie Freundeskreis, Massive Töne, Afrob usw. herum bildete. Was mir bis vor kurzem nicht bewusst war, war der Umstand, dass diese Gruppe Kreativer sich zwischen den Jahren 1995 bis 1999 nicht nur örtlich, sondern auch räumlich konzentrierte, nämlich in dem mittlerweile abgerissenen Radio-Barth-Gebäude im Zentrum von Stuttgart. Ein wesentlicher Treffpunkt der Szene, wo nicht nur berühmt berüchtigte Reimemonster aus und ein gingen, sondern auch kleinere Firmen und Shops aus dem Umfeld angesiedelt waren. Von der Bar und ihren angeblich so ausgelassenen Parties ganz zu schweigen.
Über "DasDing.tv" ist nun eine kleine Dokumentation über dieses bedeutungsvolle Haus und seine -Meister in die unendlichen Weiten des Internetzes gelangt. Kurz aber umfangreich, sowie die Zeit dieser kulturellen Blüte im Herzen von Stuttgart.
"Props" gehen an Manuva und seinen Supercity-Blog, durch ihn wurde ich auf diesen Filmbeitrag aufmerksam.
Es geht um alles und nichts.
7. Mai 2009
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