das musikstück des mittlerweile vergangenen montages trägt den titel mecklenburg kommt von den wunderbaren schwedinnen, die sich den schönen namen audrey gaben und sich aufmachen die welt im allgemeinen, meine kleine welt im besonderen, mit ihren ebenso schönen klängen zu verzaubern.
ergreifend und schön, mein herz pocht.
Es geht um alles und nichts.
28. November 2006
22. November 2006
regen und strom.
der winter ist dabei den herbst in seinen schatten zu stellen und die schon lange am boden zum erliegen gekommenen blätter scheinen ihm recht zu geben. darüber hinaus hängen schwere wolken am himmel, deren düsteren farbnuancen die nässe auf den straßen und die feuchtigkeit in den gesichtern keinen besonderen oder gar überraschenden stellenwert einräumen lassen. die socken in den schuhen und das hauthaarkörperzellengemisch, das das fleisch der füße bedeckt, verschwimmen buchstäblich - im sinne der wahrhaftigkeit einer buchstabensuppe - zu einer ganzheitlichen flüssigkeit, dem wasser anmaßend artverwandt.
musik erklingt, erinnerungen erwachen und tummeln sich tanzend in den endlichen weiten eines, kopfes. der name des künstelers lautet apparat, das von ihm geschaffene musikstück trägt den titel komponent.
die rede ist von meinem kopf und meinem tag oder dem, was ich glaube darunter zu verstehen. der besagte song ist liebenswerterweise auf der website des besagten musikschaffenden zu finden und soll euch mitmenschen nicht vorenthalten bleiben. strom fließt und der klang mit ihm. durch euch.
musik erklingt, erinnerungen erwachen und tummeln sich tanzend in den endlichen weiten eines, kopfes. der name des künstelers lautet apparat, das von ihm geschaffene musikstück trägt den titel komponent.
die rede ist von meinem kopf und meinem tag oder dem, was ich glaube darunter zu verstehen. der besagte song ist liebenswerterweise auf der website des besagten musikschaffenden zu finden und soll euch mitmenschen nicht vorenthalten bleiben. strom fließt und der klang mit ihm. durch euch.
20. November 2006
Die Zeit, die Musik, die Schönheit.
Die Uhr tickt und die Köpfe bewegen sich im Takt, Musik erklingt. Es sind die Töne der Formation The Whitest Boy Alive, deren Album Dreams kann einem mäßigen Montag schöne Lebensmomente abringen . Das musikalische Kunstwerk des Tages kommt von den besagten Künstlern und lautet Figures.
Es bleibt leider keine einzige Minute mehr übrig, um noch andere Dinge niederzuschreiben.
Kommt Zeit, kommt Ratlosigkeit, kommt Berichterstattung.
Alles Gute bis dahin.
Es bleibt leider keine einzige Minute mehr übrig, um noch andere Dinge niederzuschreiben.
Kommt Zeit, kommt Ratlosigkeit, kommt Berichterstattung.
Alles Gute bis dahin.
16. November 2006
Die Medienlandschaft bleibt in Bewegung und unsere Köpfe tun es ihr gleich.
Berichterstattung in Krisengebieten ist ja an und für sich nicht die unkomplizierteste Aufgabe und kann unter Umständen den journalistischen wie auch den medial konsumierenden Alltag leicht bis kontinental durcheinanderbringen. Umso interessanter wird es, wenn sich am Medienhimmel ein Lichtlein in einen kleinen Stern entwickeln und über die vielleicht doch nicht ganz so weite Medienlandschaft (Stichwort/-name: Rupert Murdoch) hinwegstrahlen möchte. Lange Vorrede, vergleichbar kurzer Sinn - die arabische Medieninstution Al-Dschasira geht mit einer englischen Ausgabe ihres Senders an die englischsprachige Öffentlichkeit, d.h. erreicht von nun an auch ein der englischen Sprache mächtiges Publikum, das vielmehr unter der Oberfläche der wahrnehmenden und wahrgenommenen Öffentlichkeit ihr Dasein bestreitet.
Im Sinne einer breit angelegten Rezeption der Berichterstattung(en) aus dem arabischen Raum und darüber hinaus, bietet es sich durchaus an den Output des neuen Informationsknotenpunktes kritisch mitzuverfolgen. Einem Artikel der deutschen Wochenzeitung Die Zeit zufolge dürfte das Berichtete einigermaßen meinungspluralistisch ausfallen (redaktionelle Hierachien kann ich an dieser Stelle wenig berücksichtigen, weil mir hierzu einerseits der Einblick fehlt und andererseits die englische Version dieses Mediums noch zu jung ist, als dass es von mir auf eine konkrete politische Ausrichtung eingehend analysiert werden konnte, gleichwohl islamisch-religiös geprägte Tendenzen anmerkbar sind), weil der Sender wohl daran tat im Kaufhaus des internationalen Journalismus ordentlich Geld liegen zu lassen - "...hat der Sender kräftig bei den westlichen Networks eingekauft. Die Liste der Korrespondenten und Moderatoren von al-Dschasira Englisch liest sich wie ein Who’s Who des internationalen Fernseh-Journalismus." Außerdem bringt ein mehr oder weniger kurzer Überblick über die Themen, die die gleichnamige Website offeriert die Erkenntnis, dass angestrebt wird, einen breiten Kontext mit vielen internationalen "Nischen" (Berichte aus Afrika, Asien, Lateinamerika etc.) zu liefern, die der üblichen Betrachtung westlicher Köpfe vielleicht ausgespart bleibt.
Meine inneres Lechzen nach den direkten Überlieferung Al Jazeera/Al-Dschasira hat mit dem heutigen Tag ein Ende gefunden und die für mich sprachlich verständliche Form wird meinen unaufhörlichen Informationsdurst künftig zu stillen wissen, auf dass mein Gehirn nach getaner Wahrnehmungsarbeit befriedigt und medientechnisch sternhagelvoll zurücklehnt und der Dinge verharrt, die das studentisch-strebsame Lotterleben aufzuwarten vermag.
Im Sinne einer breit angelegten Rezeption der Berichterstattung(en) aus dem arabischen Raum und darüber hinaus, bietet es sich durchaus an den Output des neuen Informationsknotenpunktes kritisch mitzuverfolgen. Einem Artikel der deutschen Wochenzeitung Die Zeit zufolge dürfte das Berichtete einigermaßen meinungspluralistisch ausfallen (redaktionelle Hierachien kann ich an dieser Stelle wenig berücksichtigen, weil mir hierzu einerseits der Einblick fehlt und andererseits die englische Version dieses Mediums noch zu jung ist, als dass es von mir auf eine konkrete politische Ausrichtung eingehend analysiert werden konnte, gleichwohl islamisch-religiös geprägte Tendenzen anmerkbar sind), weil der Sender wohl daran tat im Kaufhaus des internationalen Journalismus ordentlich Geld liegen zu lassen - "...hat der Sender kräftig bei den westlichen Networks eingekauft. Die Liste der Korrespondenten und Moderatoren von al-Dschasira Englisch liest sich wie ein Who’s Who des internationalen Fernseh-Journalismus." Außerdem bringt ein mehr oder weniger kurzer Überblick über die Themen, die die gleichnamige Website offeriert die Erkenntnis, dass angestrebt wird, einen breiten Kontext mit vielen internationalen "Nischen" (Berichte aus Afrika, Asien, Lateinamerika etc.) zu liefern, die der üblichen Betrachtung westlicher Köpfe vielleicht ausgespart bleibt.
Meine inneres Lechzen nach den direkten Überlieferung Al Jazeera/Al-Dschasira hat mit dem heutigen Tag ein Ende gefunden und die für mich sprachlich verständliche Form wird meinen unaufhörlichen Informationsdurst künftig zu stillen wissen, auf dass mein Gehirn nach getaner Wahrnehmungsarbeit befriedigt und medientechnisch sternhagelvoll zurücklehnt und der Dinge verharrt, die das studentisch-strebsame Lotterleben aufzuwarten vermag.
14. November 2006
seien wir verdammtnochmal ehrlich:geht's der wirtschaft gut, geht's uns doch allen gut!
market-machine-man-man of steel
Der herzensgute Chef der Voest, Wolfgang Eder, macht doch einen überzeugenden Eindruck, wenn er davon spricht, dass ihn die Politik dazu zwingt, Dinge zu tun, die er doch niemandem (am allerwenigsten seinen hochgeschätzten ArbeitnehmerInnen) zumuten will.
Abwanderung ist doch ein häßliches Wort, unnötig es auszusprechen. Jetzt lasst uns doch mal vernünftig sein. Mensch, der Standort halt. Seit mal nicht so pingelig mit eurem umweltpolitischen Firlefanz. Ihr wollt doch, dass es euch gut geht - nicht? Also, seht zu dass es dem Kapital gut geht, dann geht es nämlich der Wirtschaft gut und euch obendrein!
Macht? Ach das kann sich schon ziemlich geil anfühlen, du. Aber jetzt verplemper da mal nicht unser aller Zeit und sieh zu, dass die eine Hand die andere wäscht und an den Stecken kein Dreck kleben bleibt. Dreck ist doch nicht schön. Umwelt? Also wenn ich mich entscheiden müsste...
Gute Nacht.
Der herzensgute Chef der Voest, Wolfgang Eder, macht doch einen überzeugenden Eindruck, wenn er davon spricht, dass ihn die Politik dazu zwingt, Dinge zu tun, die er doch niemandem (am allerwenigsten seinen hochgeschätzten ArbeitnehmerInnen) zumuten will.
Abwanderung ist doch ein häßliches Wort, unnötig es auszusprechen. Jetzt lasst uns doch mal vernünftig sein. Mensch, der Standort halt. Seit mal nicht so pingelig mit eurem umweltpolitischen Firlefanz. Ihr wollt doch, dass es euch gut geht - nicht? Also, seht zu dass es dem Kapital gut geht, dann geht es nämlich der Wirtschaft gut und euch obendrein!
Macht? Ach das kann sich schon ziemlich geil anfühlen, du. Aber jetzt verplemper da mal nicht unser aller Zeit und sieh zu, dass die eine Hand die andere wäscht und an den Stecken kein Dreck kleben bleibt. Dreck ist doch nicht schön. Umwelt? Also wenn ich mich entscheiden müsste...
Gute Nacht.
12. November 2006
kurz und gut so.
Ich bin mir durchaus der Tatsache bewusst, dass neue Einträge eklatant, wenn nicht sogar ekelhaft lange, auf sich warten lassen und die Attraktivität dieser künstlich erschaffenen Internetzlebensform schwindet, so lange die angespannten Augen der LeserInnenschaft nicht stetig mit neuen Zeilen versorgt werden. Trotzdem möchte ich mit gewohnter Dreistigkeit versuchen an unser aller Geduld zu appelieren und euren lechzenden Lidern auch heute, hier und jetzt einen Schuss vor den blickenden Bug zu knallen. Die Eloquenz-Enthaltsamkeit, die Abstinenz des Absatzes, der Meinungsmangel, das Fernbleiben der Phrasen, die Stille der Sätze und Wurstigkeit gegenüber dem Wort werden alsbald ein Ende haben.
Morgen ist schließlich auch noch ein Tag, wie immer halt.
Bevor ich gehe habe ich noch folgendes gegenüber dem popkulturellen Protokoll zu verlautbaren: Der Musiktitel des Tages wurde von den Islands auf die musikalische Welt gebracht und nennt sich zufrieden Rough Gem.
Gute Nächte
nur das Schöne
und bloß nicht
das Schlechte.
Morgen ist schließlich auch noch ein Tag, wie immer halt.
Bevor ich gehe habe ich noch folgendes gegenüber dem popkulturellen Protokoll zu verlautbaren: Der Musiktitel des Tages wurde von den Islands auf die musikalische Welt gebracht und nennt sich zufrieden Rough Gem.
Gute Nächte
nur das Schöne
und bloß nicht
das Schlechte.
6. November 2006
Musik am Montagmorgen.
Wünsche allen Spatzen in den Händen und den Tauben auf den Dächern einen guten Morgen.
Der Song des Tages kommt von Element of Crime und heißt Mach das Licht aus, wenn du gehst; zu finden auf dem wunderbaren Album Damals Hinterm Mond.
Das wars bis jetzt, das wars von mir.
Gruß,
euer gelbbehaarter Fuß
Der Song des Tages kommt von Element of Crime und heißt Mach das Licht aus, wenn du gehst; zu finden auf dem wunderbaren Album Damals Hinterm Mond.
Das wars bis jetzt, das wars von mir.
Gruß,
euer gelbbehaarter Fuß
Morgenstund hat Klumpen im Mund, Klumpen aus Gold.
Neue Woche, neues Glück!
Ein neuer Tag bricht an
die Wolken hängen so wie gestern
einfach nur ein wenig rum
Montags brechen wir zusammen
der Augen Wasser zum Verwässern
ich bring euch alle um
Der Tag war losgegangen
mit seinen Brüdern und Schwestern
er drehte sich nicht um.
Ein neuer Tag bricht an
die Wolken hängen so wie gestern
einfach nur ein wenig rum
Montags brechen wir zusammen
der Augen Wasser zum Verwässern
ich bring euch alle um
Der Tag war losgegangen
mit seinen Brüdern und Schwestern
er drehte sich nicht um.
5. November 2006
Fahrstuhlmusik, Teil zwei.
Damals, vor einer Woche, als an den zu Boden gefallenen Blätter weder Schnee noch Frost haftete und sie noch vergnügt im Wind tanzen konnten, war die Steiermark ein Ort, an dem schöne Erinnerungen erschaffen wurden. Elektronische Kunst und politischer Diskurs erbauten sich im inneren des großen Schlossberges zu Graz und schenkten dem toten Gestein von innen heraus neues Leben. Mensch betritt einen klangvollen Fahrstuhl, überwindet damit Ebenen - nächster Halt "Kopfkunst".
Das Elevate bot ein umfassendes Programm vom Abend des Mittwoch bis in die frühen Morgenstunden des Sonntag. Ich selbst nahm aber erst ab Donnerstag daran Teil.
Nach einer mehrstündigen Autofahrt, begeleitet von entspannter Musik (das neue Album von The Album Leaf, Into the Blue Again sei der LeserInnenschaft hiermit ans verträumt entspannte Herz gelegt), guter Konversation und viel Sonnenschein erreichten meine Gefolgschaft und ich das lockende Graz. Nachdem den lebenserhaltenden Maßnahmen mit der Zuführung von Nahrungsmitteln - ja, auch Bier - nachgegangen wurde, bezog mensch wenig Zeit später vor der Hauptbühne, also dem sogenannten Dom im Berg, Stellung, um alsbald elektronisch verwurzelte Popmusik mitzuerleben. Da das gesamte Programm ohnehin der Website des Festivals entnommen werden kann, werde ich versuchen mich bei meinen Ausführungen auf die eindringlichsten KünstlerInnen zu konzentrieren. Konsequenterweise muss aber gesagt werden, dass an diesem Abend alle InterpretInnen zu begeistern wussten (ein Phänomen was sich auch an den folgenden Tagen häufig auftreten sollte...). Ganz besonders Eva Jantschisch alias Gustav, die viel neues Liedgut darbot. Ihr zweites Album verspricht für meiner einer also ein ebenso großer Wurf zu werden wie das rundum entzückende Debüt. Die Tatsache, dass sie ein- oder zweimal Probleme mit der Rezitierung ihrer eigenen Liedtexte hatte, wurden von der großen musikalischen und inhaltlichen Qualität und der sympathischen Ausstrahlung, die damit einher zu gehen scheint, gleichsam problemlos überstrahlt.
Die im Anschluss agierenden Elektromannen Machinedrum bzw. Jimmy Edgar boten für mich einen sehr guten und tanzbaren Einstieg in den kleinen Mikrokosmos der großen Welt der elektronischen Musik, der mich an den folgenden Tagen noch ausgiebig in seinen Bann zog und mich bis heute nicht loslässt.
Wenn ich die rauschenden Nachtstunden Freitag ins Gedächtnis rufe, scheint eine Figur besonders im Netz meiner Synapsen festzuhängen, der britische Rabauke Tim Exile. Der Ehrlichkeit halber sei erwähnt, dass die konzentrierte Erinnerung an diesen einen Kerl auch mit dem Rausch-bedingten, etappenweise Fehlen jeglicher Konzentration zu tun haben kann. Feste werden gefeiert wie sie fallen oder so lange bis man selber fällt. Wie auch immer, der Gesamteindruck dieses Abends ist jedenfalls ein wunderbarer.
Doch zurück zum genannten Künstler Tim Exile. Selbiger war nicht nur mit der nötigen Musikapparatur (Mikrofon, Laptop, Sampler und anderem Knopfdrehkram) ausgestattet, sondern auch mit einem großen Joystick, der auf der Höhe seines Geschlechtsteils um seine Hüften geschnallt war. Interessanterweise war dieses Stück erregiertes Plastik mit seinem Instrumentarium unmittelbar verbunden. Bei Zeiten also, wenn die tanzende Meute die krachenden Klänge mit in die Luft geworfenen Köpfen, Armen und Beinen huldigte und sich ohnehin keinen derberen Sound vorzustellen vermochte, trat der Mann mit der Lendenkonsole vor die schwitzenden Leiber und rüttelte so lange am verkabelten Phallus, bis die Klangkonstrukte noch orgiastischer wurden und noch verzerrtere Beats hervorbrachten, sprich ejakulierten. Verfeinert wurde der frühmorgendliche Auftritt, Amtsantritt war um drei Uhr, noch mit vereinzelt über die wippenden Köpfe verstreute Aussagen wie "We're in the middle of a fucking mountain! Noise for the hills" oder "This is for the Cunts!" und anderen flegelhaften Phrasen. Das Publikum dankte mit Gejohle, Gejauchze und unaufhörlichem Gehopse. Aber nicht nur der ironisierte Sexismus bestimmte die Performance, auch väterliche Fürsorge kam zum Ausdruck, als er sich danach erkundigte, ob doch alle Anwesenden ihren Eltern gesagt haben, wo sie sich denn diese Nacht befänden und so weiter. Im wahrsten Sinne des Wortes eine geile Show, nichts mit englischer Prüderie; zugegeben, eine etwas unkonventionelle Art und Weise, um mit Klischees aufzuräumen.
Meinen leicht bruchstückhaften Erinnerungen und den mit Tanzschweiß getränkten Kleidungsstücken zufolge, waren alle anderen Musikteile des Abendprogramms auch hinreißend bis fantastisch.
Erwähnt sei natürlich auch die Diskussionsrunde an der ich am späten Nachmittag teilgenommen habe, sie war sehr interessant. Gesprochen wurde über Videostreaming und freie Netzwerke bzw. über die Probleme, die sich ergeben, wenn man versucht den kommerziell motivierten Kräften im Internet freie und unabhängige Kommunikationsformen gegenüberzustellen. Die AktivistInnen aus Spanien und Österreich erläuterten ihr bisher noch utopisch anmutendes Vorhaben, in absehbarer Zeit mit den selbsterschaffenen Systemen das kommerzielle Fernsehen zu ersetzen. Bis dahin werden ihrerseits sehr ideenreiche Alternativen zu den gängigen Medienformen aufgebaut und bereits dargereicht. Das Internet bietet also sehr gute Möglichkeiten soziale Bewegungen weltweit zu vernetzen und die bisherigen Erfolge dieser digitalen Demokratisierung von unten lässt die handelnden Personen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, da auf der Ebene dieses Aktivismus scheinbar schon so viel Unabhängigkeit erreicht wurde. Das Internet als Instrument der/zur sozialen Revolution. Klingt vielversprechend; weiterführende Links bietet die Seite des Festivals.
Soviel zu den ersten Schilderung rund um die große Sause im Schlossberg. Ausführungen und fotografische Aufnahmen, die den letzten Tag im Berg zeichnen, werden in Kürze folgen. Bis dahin wünscht Klausemann allen Augen, die meine Zeilen ihrer Blicke würdigen, eine schöne Zeit.
Das Elevate bot ein umfassendes Programm vom Abend des Mittwoch bis in die frühen Morgenstunden des Sonntag. Ich selbst nahm aber erst ab Donnerstag daran Teil.
Nach einer mehrstündigen Autofahrt, begeleitet von entspannter Musik (das neue Album von The Album Leaf, Into the Blue Again sei der LeserInnenschaft hiermit ans verträumt entspannte Herz gelegt), guter Konversation und viel Sonnenschein erreichten meine Gefolgschaft und ich das lockende Graz. Nachdem den lebenserhaltenden Maßnahmen mit der Zuführung von Nahrungsmitteln - ja, auch Bier - nachgegangen wurde, bezog mensch wenig Zeit später vor der Hauptbühne, also dem sogenannten Dom im Berg, Stellung, um alsbald elektronisch verwurzelte Popmusik mitzuerleben. Da das gesamte Programm ohnehin der Website des Festivals entnommen werden kann, werde ich versuchen mich bei meinen Ausführungen auf die eindringlichsten KünstlerInnen zu konzentrieren. Konsequenterweise muss aber gesagt werden, dass an diesem Abend alle InterpretInnen zu begeistern wussten (ein Phänomen was sich auch an den folgenden Tagen häufig auftreten sollte...). Ganz besonders Eva Jantschisch alias Gustav, die viel neues Liedgut darbot. Ihr zweites Album verspricht für meiner einer also ein ebenso großer Wurf zu werden wie das rundum entzückende Debüt. Die Tatsache, dass sie ein- oder zweimal Probleme mit der Rezitierung ihrer eigenen Liedtexte hatte, wurden von der großen musikalischen und inhaltlichen Qualität und der sympathischen Ausstrahlung, die damit einher zu gehen scheint, gleichsam problemlos überstrahlt.
Die im Anschluss agierenden Elektromannen Machinedrum bzw. Jimmy Edgar boten für mich einen sehr guten und tanzbaren Einstieg in den kleinen Mikrokosmos der großen Welt der elektronischen Musik, der mich an den folgenden Tagen noch ausgiebig in seinen Bann zog und mich bis heute nicht loslässt.
Wenn ich die rauschenden Nachtstunden Freitag ins Gedächtnis rufe, scheint eine Figur besonders im Netz meiner Synapsen festzuhängen, der britische Rabauke Tim Exile. Der Ehrlichkeit halber sei erwähnt, dass die konzentrierte Erinnerung an diesen einen Kerl auch mit dem Rausch-bedingten, etappenweise Fehlen jeglicher Konzentration zu tun haben kann. Feste werden gefeiert wie sie fallen oder so lange bis man selber fällt. Wie auch immer, der Gesamteindruck dieses Abends ist jedenfalls ein wunderbarer.
Doch zurück zum genannten Künstler Tim Exile. Selbiger war nicht nur mit der nötigen Musikapparatur (Mikrofon, Laptop, Sampler und anderem Knopfdrehkram) ausgestattet, sondern auch mit einem großen Joystick, der auf der Höhe seines Geschlechtsteils um seine Hüften geschnallt war. Interessanterweise war dieses Stück erregiertes Plastik mit seinem Instrumentarium unmittelbar verbunden. Bei Zeiten also, wenn die tanzende Meute die krachenden Klänge mit in die Luft geworfenen Köpfen, Armen und Beinen huldigte und sich ohnehin keinen derberen Sound vorzustellen vermochte, trat der Mann mit der Lendenkonsole vor die schwitzenden Leiber und rüttelte so lange am verkabelten Phallus, bis die Klangkonstrukte noch orgiastischer wurden und noch verzerrtere Beats hervorbrachten, sprich ejakulierten. Verfeinert wurde der frühmorgendliche Auftritt, Amtsantritt war um drei Uhr, noch mit vereinzelt über die wippenden Köpfe verstreute Aussagen wie "We're in the middle of a fucking mountain! Noise for the hills" oder "This is for the Cunts!" und anderen flegelhaften Phrasen. Das Publikum dankte mit Gejohle, Gejauchze und unaufhörlichem Gehopse. Aber nicht nur der ironisierte Sexismus bestimmte die Performance, auch väterliche Fürsorge kam zum Ausdruck, als er sich danach erkundigte, ob doch alle Anwesenden ihren Eltern gesagt haben, wo sie sich denn diese Nacht befänden und so weiter. Im wahrsten Sinne des Wortes eine geile Show, nichts mit englischer Prüderie; zugegeben, eine etwas unkonventionelle Art und Weise, um mit Klischees aufzuräumen.
Meinen leicht bruchstückhaften Erinnerungen und den mit Tanzschweiß getränkten Kleidungsstücken zufolge, waren alle anderen Musikteile des Abendprogramms auch hinreißend bis fantastisch.
Erwähnt sei natürlich auch die Diskussionsrunde an der ich am späten Nachmittag teilgenommen habe, sie war sehr interessant. Gesprochen wurde über Videostreaming und freie Netzwerke bzw. über die Probleme, die sich ergeben, wenn man versucht den kommerziell motivierten Kräften im Internet freie und unabhängige Kommunikationsformen gegenüberzustellen. Die AktivistInnen aus Spanien und Österreich erläuterten ihr bisher noch utopisch anmutendes Vorhaben, in absehbarer Zeit mit den selbsterschaffenen Systemen das kommerzielle Fernsehen zu ersetzen. Bis dahin werden ihrerseits sehr ideenreiche Alternativen zu den gängigen Medienformen aufgebaut und bereits dargereicht. Das Internet bietet also sehr gute Möglichkeiten soziale Bewegungen weltweit zu vernetzen und die bisherigen Erfolge dieser digitalen Demokratisierung von unten lässt die handelnden Personen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, da auf der Ebene dieses Aktivismus scheinbar schon so viel Unabhängigkeit erreicht wurde. Das Internet als Instrument der/zur sozialen Revolution. Klingt vielversprechend; weiterführende Links bietet die Seite des Festivals.
Soviel zu den ersten Schilderung rund um die große Sause im Schlossberg. Ausführungen und fotografische Aufnahmen, die den letzten Tag im Berg zeichnen, werden in Kürze folgen. Bis dahin wünscht Klausemann allen Augen, die meine Zeilen ihrer Blicke würdigen, eine schöne Zeit.
3. November 2006
am abend die wörter, da draußen der winter.
heimaterie und wir
nacht lebt in der kleinstadt
tanz böden dann
vibrieren
der winter in
wolken
die blätter gefrieren
an orten und stelle
die menschen!
nacht lebt in der kleinstadt
tanz böden dann
vibrieren
der winter in
wolken
die blätter gefrieren
an orten und stelle
die menschen!
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