Hier spricht der Holzkopf.

Es geht um alles und nichts.

13. Jänner 2010

Merhgleisigkeiten

Der alte Holzkopf schreibt von nun an auch an einem anderen Blog mit:

U R B A N T A S K F O R C E

Für die Freunde und Innen Beat-lastiger Musik und urbaner Lebenskultur quasi maßgeschneidert. Für alle anderen sowieso auch.

Nur das Beste für euch und uns alle,
euer H-Kopf

20. November 2009

Beats und Blutsauger

Am 12. Januar 2010 werden Vampire Weekend mit ihrem neuen Album "Contra" um die Ecke biegen. Der Anfang Oktober diesen Jahres veröffentlichte Song "Horchata" lässt auf verstärkte elektronische Einflüsse beim Nachfolger zum selbstbetitelten und international hofierten Debüt (2008 über XL Recordings erschienen) vermuten. The Ruby Suns, Animal Collective oder El Guincho lassen herzlich grüßen.



Vielleicht hat eine etwaige Elektrifizierung aber auch etwas mit den Umtrieben von Keyboarder Rostam Batmanglij zu tun. Der hat nämlich im Juli 2009 gemeinsam mit Wes Miles von Ra Ra Riot sein elektronisches Projekt Discovery mit dem Debüt „LP“ präsentiert.



Die seit gestern im Netz befindliche Single "Cousins" zeigt hingegen, dass der mit zackigen Surf-Gitarren und polyrhythmischem Geklimper begonnene Weg, wohl auch 2009 konsequent weitergegangen wird. Wenn auch mit etwas komplexeren Song-Strukturen und mehr Spiel- bzw. Experimentierfreude. Süßer die Glocken nie klingen also.
Auch der dazugehörige, gewohnt spaßig montierte Musikvideoclip zeugt von vielen kreativen Ideen. Das Interesse gegenüber der anstehenden Veröffentlichung wäre damit jedenfalls gefördert.

Seife und Haut

Anja Plaschg alias Soap and Skin hat Ende Oktober über PIAS einen neuen Tonträger veröffentlicht - eine EP namens "Marche Funèbre".

Außerdem gibt es seit kurzem ein Video zu ihrem Song "Thanatos". Sehr viel mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen, Bild und Ton sprechen für sich und sie.


Herantasteninstrument

Am heutigen Freitag veröffentlicht eine neue deutschse Band namens Enno Bunger ihre erste EP. Diese trägt den Titel "Herzschlag" und erscheint über das Label PIAS. Das Trio wird vom Pianospiel und Gesang des gleichnamigen Frontmanns getragen und erinnert von der Stimme und Dramatik her etwas an Peter Thiessen von Kante, zumindest ist das beim Song "Herzschlag" der Fall. Dieser Vergleich soll aber nicht von der Qualität der bisher hörbaren Songs ablenken. Diese stehen durchaus für sich - interessanter "Klavier-Pop" aus Deutschland, der Romantik nicht scheut, aber trotzdem nicht pathetisch wirkt.

Die dazugehörige Videoauskopplung kann hier unter die Lupe genommen werden. Eine relativ kühle bzw. distanzierte Bild-Ästhetik und Naturbetrachtungsweisen, wie man sie eben auch aus dem Blumfeld-Umfeld her kennt.

Akustik Techno und Housemusik

Elektronische Musik muss nicht ausschließlich mit elektronischen Gerätschaften erzeugt werden. Das wissen und praktizieren auch die deutsche Formation Brandt Brauer Frick. Sie besteht aus den drei Musikern Jan Brauer, Daniel Brandt und Paul Frick.

Die ersten beiden sind schon seit geraumer Zeit unter dem Namen Scott unterwegs und haben sich bisher in einer elektro-akustischen Mischung aus Swing, Jazz und House versucht.





Als Trio beschreiten Brandt Brauer Frick allerdings tendenziell reduziertere Wege, indem sie instrumental eingespielte Minimal-Techno-House-Variationen produzieren. Einzelne Klangelemente werden, ohne dem Einsatz von elektronischem Sampling, aneinandergereiht, überlagert und im Großen Ganzen eines Tracks zusammengeführt.



Unter dem Titel "Iron Man" ist im August diesen Jahres bereits eine EP auf dem dänischen Label Tartelet veröffentlicht worden. Im Februar 2010 soll ebendort ein Album veröffentlicht werden. Angesichts des hervorragenden Tracks und des nicht minder begeisternden Videos, erscheinen Vorfreude und gesteigerte Aufmerksamkeit in die Richtung dieser drei Herren also mehr als angebracht.

19. November 2009

Im Begriff anzukommen

Nun hat es auch der ORF geschafft sich endliche eine Art Mediathek online einzurichten. Das vorläufige Ergebnis davon kann unter dem Namen TVthek eingesehen und besucht werden. Design bzw. Aufmachung sind jedenfalls wesentlich ansprechender als die der unsäglichen Website des Senders. Auf dieser Baustelle wird dann hoffentlich auch mal was geschehen. Wir bleiben gespannt, wie weit sich der Österreichische Öffentliche Runfunk noch in die Untiefen des Internet hineinwagen wird. Es kann nur besser werden.

Zurück in die Zukunft

Liebe Vernachlässigte,

Nach Monaten der Abstinenz kehre ich wieder an die angestaubte Tastatur zurück, um einzig euch zu berichten und einzig mir von der Seele zu schreiben. Keine Sorge, ich war nicht erkrankt oder auf Urlaub oder sonstiges, sondern einfach anderswo viel beschäftigt.

Es geht wieder weiter, kein vorläufiges Ende in Sicht. Anstrich und Applikationen könnten sich künftig ändern aber ansonsten nicht viel, der alte Holzkopf bleibt genauso knospend und morsch wie früher, wird mit jedem Tag, mit jedem Jahresring besser. Versprochen. Gehalten!

Zurück in die Zukunft - mit mir, mit euch.

Beste Grüße,
der Holzkopf

9. August 2009

wieder wild

Ein neuer Trailer für den hier bereits angesprochenen Film "Where The Wild Things Are" ist online gegangen und er lässt die Erwartungen auf eine hinreissendes und umwerfendes Kinoerlebnis erneut in bisher unerreichte Höhen schnellen. Euphorie!

30. Mai 2009

Verlässlichkeit auf hohem Niveau

Verlässlichkeit muss nicht unbedingt etwas mit Vorhersehbarkeit zu tun haben. Das hat der altgediente HipHop-Held Mos Def nicht erst mit seinem Album "The New Danger" von 2004 bewiesen. Dennoch ließen die auf diesem Blog bereits vorgestellten Video-Vorgeschmäcker erahnen, in welche Richtung sich das neue Werk "The Ecstatic" (9. Juni im Kalender beidseitig schwarz anstreichen) hinbewegen würde: back to basic. Auf das Wesentliche reduziert, auf erfahrene Reimakrobatik plus geschichtsbewusste Funk/Soul-Rhythmik zeigt sich auch die unlängst verfilmte Single "Casa Bey". Souveräne Performance und trotzdem nicht unspannend, auf das kann man sich beim Herrn Def auch 2009 verlassen.

19. Mai 2009

Hot Buttered Chip

Selten passiert es, dass mich eine Band auf Anhieb derartig begeistert, dass ich es kaum erwarten kann den dazugehörigen Tonträger in Händen und Ohren zu halten. Nachdem ich Songs wie "OK" oder "London Girl" von The Invisible gehört hatte, stellte sich aber genau dieses Gefühl wieder ein.



Die Band selbst bezeichnet ihre Musik als "Experimental Genre-Spanning Spacepop".
Ich hingegen würde eher dazu tendieren, sie als Gitarren-lastigere, mit Jazz kokettierende und mit süßlichem Soul aufgefettete Version von Hot Chip zu bezeichnen. Selbst wenn diese Referenz gleichzeitig unzureichend erscheint, denn die Musik von The Invisble klingt für sich genommen außergwöhnlicht gut genug. Das hört und spürt man auch. Auf Anhieb.

Ein Hut, ein Stock, ein Damenunterrock

Gegen Ende dieses Jahres wird Guy Ritchie die Romanfigur Sherlock Holmes auf die Leinwand bringen. Im gleichnamigen Film wird diese von Robert Downey Jr. verkörpert werden, an seiner Seite wird Jude Law als Dr. Watson zu sehen sein.



Der Trailer zu diesem effektvollen Spektakel verspricht erwartungsgemäß einen rasanten Erzählmodus, verbale und physische Schlagabtäusche, Explosionen, Draufgängertum, betonte Coolness und einen fallweise düsteren Entwurf der Stadt London.
Mit früheren Adaptionen, wie etwa jener der britischen Serie "The Adventures of Sherlock Holmes" Mitte der 80er Jahre und ihren vergleichsweise weichen Bildern, hat die Umsetzung von 2009 also offenbar sehr wenig zu tun.



Gedanklich zurückversetzt in die Zeit, als ich selbst mit der literarischen Figur des englischen Abenteuerdetektiven erstmals in Berührung kam, zeichnen sich vor meinem geistigen Auge Bilder ab, die mit dem Versuch von Guy Ritchie nicht wirklich einhergehen. Vielmehr entspricht meine persönlichen Vorstellung der Figuren und Handlungen einer Ästhetik, wie sie sich in der Comic-Verfilmung "From Hell" der Gebrüder Hughes finden lässt: durchwegs dunkle Gassen, zwielichtige Gestalten, menschliche Makel und Abgründe jenseits einfacher Gut-Böse-Schemata.



Albert und Allen Hughes dürften aber vor allem auch für ihr Filmdebüt "Menace II Society" von 1992 bekannt sein.
Sieben Jahre später brachten sie außerdem eine Dokumentation in die Kinos, in der sie anhand ausgewählter Porträts von der amerikanischen Pimp-Subkultur und ihren Ausformungen erzählen. Zwischen den vielen Dialog-Szenen wurden konsequent Ausschnitte aus einschlägigen Pimp-Filmen ("The Mack", "Dolemite" u.a.) montiert. "American Pimp" - Nicht nur für Blaxploitation-Fans eine interessante Angelegenheit.


Mit und ohne Anspruch tanzen

Das Line-Up des diesjährigen Splash! Festivals überrascht nicht nur mit seiner Fokuserweiterung in Richtung Tanzbarkeit (MSTRKRFT, Boys Noize, Alter Ego, u.a.) sondern auch mit der Zusammenführung patriarchaler Künstler und emanzipierter bis feministisch agitierender Künstlerinnen (Lady Sovereign, Terry Lynn, Yo Majesty, u.a.).
Das vielleicht auffälligste Gegensatzpaar ist in diesem Zusammenhang das gemeinsame Programmieren der sexistischen Krawallkerle Frauenarzt & Manny Marc auf der einen und der sexuell offensiven Feministin Peaches auf der anderen Seite.





Einst trafen sich King Orgasmus One und Alice Schwarzer im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen, um miteinander über Musik und Pornographie zu sprechen.
Vielleicht begegnen sich Peaches und Frauenarzt ja im Backstage-Bereichs des Festivalgeländes und kommen ebenfalls miteinander ins Gespräch...



HipHop for the Future

Der Berliner DJ und Produzent Robot Koch hat sich unlängst ein eigenes Label mit dem Namen Robots Don't Sleep geschaffen. Die erste Veröffentlichung darauf heißt "Afterschocks" und ist eine gemeinsame EP mit Cerebral Vortex aus den USA.

Ein Video zum Titeltrack gibt es auch, inklusive dem jungen Micheal Jackson und seinen bezaubernden Augen. "It's like Motown with lazers" - noch Fragen?

11. Mai 2009

Alte Männer und junge Frauen

Altmeister Woody Allen wird in den Sommermonaten wieder einen Kinofilm in die europäischen Kinos bringen und dieser trägt den Titel "Whatever Works". In der Hauptrolle wird allerdings nicht hauptsächlich ein junges Starlet wie etwa Scarlett Johansson zu sehen sein, sondern im Fokus steht diesmal der Mitbegründer des Serienerfolgs "Seinfeld" und mittlerweile selbst zum Serien-Star gewordene Stand-up Comedian, Larry David.



Dem Trailer nach zu urteilen, scheint sein Rollenprofil im Film, jener seiner erfolgreichen HBO-Serie "Curb Your Enthusiasm" sehr ähnlich zu sein. Ein liebenswürdig hinterhältiger, cholerischer, schwer vorurteilsbehafteter und tendenziell opportunistischen Anti-Held, der an seinem Umfeld, aber vor allem an sich selbst scheitert.





Im besagten Serienformat stolpert die Figur des Larry David bereits seit 1999, in mehr als sieben Staffeln, zwischen Hollywood und Haushalt durch die vermeintlich wohlgesinnte Gegend. Nun hat sich Herr Allen also diesem artverwandten Neurotiker zugewandt und übersiedelt ihn, mit anderer Biografie und anderem Namen ausgestattet, von Los Angeles weg nach New York City, um gemeinsam mit der deutlich jüngeren Evan Rachel Wood von Liebe und dem Leben zu erzählen.

"Whatever Works" ist übrigens nicht erste Zusammenarbeit zwischen Woody Allen und Larry David, im Film "New York Stories" von 1989 beispielsweise, traten beide gemeinsam vor die Kameras.

Drahteselsuperhelden

Radfahren kann sowohl gefährliches Hobby, als auch gefährlicher Beruf oder aber beides zugleich sein. Etwa, wenn man seine Brötchen damit verdient, als leideinschaftlicher bis lebensmüder Bike Messenger in Städten wie New York zwischen Passanten Autos, Bussen, Bahnen und anderen Hindernissen, auf schnellstem Weg von A nach B zu kommen, um Ende des Tages seinem Auftraggeber nicht mehr als eine Sammlung krakeliger Unterschriften zu übermitteln. Wo andernorts Kaffee getrunken wird, um frühmorgens die Kurve in Richtung Festplatte hochfahren zu kratzen, beginnen diese selbsternannten Superhelden der Gegenwart (siehe und höre Videos unten) ihre Arbeitsstunden mit einem kräftigen Schuss Adrenalin.
Gemächliches in-die-Pedale-Treten war gestern, heutzutage geht es im unmotorisiert zweirädrigen Straßenverkehr um nichts weniger, als um Leben und Tod. Das klingt nach Dramatik und Gefahr, aber auch nach lustvollem Leben. Das ist kein großes Kino und auch kein großes Tennis (selbst wenn sich bereits Sponsoren wie Puma für die Fahrradbotenszene interessiert). Das ist "nur" großstädtischer Alltag.



Messenger from Kalim Armstrong on Vimeo.




Immer wieder Samstag

Dankenswerterweise haben die Herren Slomo (Beats), Lunte (Raps) und textkollektor (Videos) ihr Internetvideoprojekt Samstag2015 nicht eingestellt, sondern Anfang Mai mit neuem Material eine verheißungsvolle zweite Staffel gestartet. Jede Woche gibt es also wieder anspruchsvolles Spiel der Worte gemeinsam mit vertrackten Rhythmen zu bestaunenen, zusammengefasst in minimalistische aber effektvolle Videoclips.

Verändert haben sich dabei ein wenig Adresse und Äußeres der Internetpräsenz und offenbar auch die dargestellte Selbstinszenierung in den einzelnen Kurzfilmen. Denn in den ersten beiden Episoden der zweiten Runde sind Slomo und Lunte schwarz bzw. weiß gekleidet und mit selbst gebastelten Papp-Masken zu sehen. Das erscheint zwar nicht mehr ganz so originell wie einst beim Kollegen (MF) Doom (der bekanntlich unlängst ein neues Werk mit Namen "Born Like This" veröffentlicht hat) , wirkt aber natürlich trotzdem geheimnisvoll und Interesse weckend. Der Vorfreude hinsichtlich der noch folgenden Episoden (und Staffeln?) von Samstag2015 tut der neue Anstrich jedenfalls keinen Abbruch, die Qualität bleibt schließlich die gleiche - zum Wiederhören und Wiedersehen.



Das Original und seine Ladies.