Es geht um alles und nichts.

12. April 2009

Neues aus dem Nest

Drei österreichische HipHop-Crews lassen wieder und/oder neuerdings von sich hören und das ist doch Anlass genug, um ein paar Worte zum Sonntag im Raum stehen zu lassen.

perVers aus Wien, genauer gesagt aus dem Umfeld der Rooftop Clique, haben ein neues Video zu dem Track "Sacklbicka" veröffentlicht. Für dessen Intro wurde der bayrische Kabarettist Michael Mittermeier gesamplet und dieser fragt sich, in Bezugnahme auf den 10. Bezirk (wo das Rapkollektiv ursprünglich auch herkommt), ob es in Wien, denn überhaupt so etwas wie Gangster-Rap gäbe. Das Video gibt eine intelligent und humorvoll verpackte Antwort. Oder genauer und mit der richtigen Portion "Schmäh" gesagt:
"Legts eich ned on mit de Masterficker!"


Angriffslustig inszenieren sich auch die jungen MCs rund um die Rap-Formation Wienzeile. Am 23. April werden sie im Club U die Veröffentlichung ihres Debüts "Gestalten gestalten" feiern und seit Dezember vergangen Jahres gibt es auch schon einen kleinen audiovisuellen Vorgeschmack - das schlichte Performance-Kinoreferenz-Video zu "Zukunftsvisionen". Ich bin übrigens heute ganz zufällig über diese Kerle gestoßen, d.h. bei einem kleinen Spaziergang unter der Frühlingssonne, stach mir bei einem Hausvorsprung deren Aufkleber sozusagen ins Auge. Den Track samt Video kannte ich ja schon seit längerer Zeit, doch die Aktualität des Album-Releases war mir beim aufmerksamen Spazieren noch nicht bewusst. Wie praktisch, dass das Anbringen von Stickern (zu Werbezwecken) nicht aus der Mode gekommen ist.



Seit geraumer Zeit, seit dem 26. Jännner nämlich schon, ist das Album von Sodom & Gomorrah "In Gods Naum" erhältlich. Interessant ist dabei nicht nur die vorausgegangen Trennung von Tontraeger Records bzw. die Neugründung von Twomorrow, einem Label, das sich vor allem auf die Förderung sogenannter "Slangstas" und ihren, für österreichische Verhältnisse relativ ungewöhnlichen, HipHop-Zugängen konzentiert. Interessant ist auch, dass sie mit ihrer selbstgewählten (Teil-)Unabhängigkeit mittlerweile relativ erfolgreich zu sein scheinen und sich ganz nebenbei auch einen guten Draht zu dem Exportschlager und Wahlberliner Chakuza aufgebaut haben.

Unlängst wurde auch der Track "Es Geht Dahi" verfilmt und ins Netz gestellt. Spannend klingt das, zumindest für meine Wenigkeit, auf jeden Fall. Das Video selbst, fällt leider - wie auch die meisten anderen Clips aus dieser Ecke - eher unspannend aus. Oder soll das etwa Teil der Untergrund-Ästhetik sein...? Ich weiß es nicht und beim Tragen von Kopfhören schließt man, sofern man sich nicht gerade im Straßenverkehr oder vor spannungsgeladenem Bildmaterial befindet, ja ohnehin meistens die Augen:


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