Gegen Ende dieses Jahres wird Guy Ritchie die Romanfigur Sherlock Holmes auf die Leinwand bringen. Im gleichnamigen Film wird diese von Robert Downey Jr. verkörpert werden, an seiner Seite wird Jude Law als Dr. Watson zu sehen sein.
Der Trailer zu diesem effektvollen Spektakel verspricht erwartungsgemäß einen rasanten Erzählmodus, verbale und physische Schlagabtäusche, Explosionen, Draufgängertum, betonte Coolness und einen fallweise düsteren Entwurf der Stadt London.
Mit früheren Adaptionen, wie etwa jener der britischen Serie "The Adventures of Sherlock Holmes" Mitte der 80er Jahre und ihren vergleichsweise weichen Bildern, hat die Umsetzung von 2009 also offenbar sehr wenig zu tun.
Gedanklich zurückversetzt in die Zeit, als ich selbst mit der literarischen Figur des englischen Abenteuerdetektiven erstmals in Berührung kam, zeichnen sich vor meinem geistigen Auge Bilder ab, die mit dem Versuch von Guy Ritchie nicht wirklich einhergehen. Vielmehr entspricht meine persönlichen Vorstellung der Figuren und Handlungen einer Ästhetik, wie sie sich in der Comic-Verfilmung "From Hell" der Gebrüder Hughes finden lässt: durchwegs dunkle Gassen, zwielichtige Gestalten, menschliche Makel und Abgründe jenseits einfacher Gut-Böse-Schemata.
Albert und Allen Hughes dürften aber vor allem auch für ihr Filmdebüt "Menace II Society" von 1992 bekannt sein.
Sieben Jahre später brachten sie außerdem eine Dokumentation in die Kinos, in der sie anhand ausgewählter Porträts von der amerikanischen Pimp-Subkultur und ihren Ausformungen erzählen. Zwischen den vielen Dialog-Szenen wurden konsequent Ausschnitte aus einschlägigen Pimp-Filmen ("The Mack", "Dolemite" u.a.) montiert. "American Pimp" - Nicht nur für Blaxploitation-Fans eine interessante Angelegenheit.
Es geht um alles und nichts.
19. Mai 2009
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