Es geht um alles und nichts.

31. Dezember 2006

Der Witz zum Wechsel.

Zwei ehemalige Fabriksarbeiter aus der ebnso ehemaligen Sowjetunion treffen sich zufällig auf offener Straße und beginnen miteinander zu plaudern. Das Gespräch fällt relativ schnell auf die gemeinsam erlebte Geschichte als Werktätige in der großen Fabrik und das sowjetische Alltagsleben allgemein, bis einer der beiden zusammenfassend zum Ausdruck bringt: "Also das Schlimmste ist ja, dass alles was sie uns über den Kommunismus erzählt haben, gelogen war. Alles Lug und Betrug, das sage ich dir!".
Der angesprochene Kollege aus vergangenen Tagen nickt, überlegt kurz und erwidert reüssierend: "Da hast du recht aber das Allerschlimmste ist, dass alles was sie uns über den Kapitalismus erzählt haben, stimmt."

30. Dezember 2006

damals, als der jahreswechsel vor der tür saß und wartete.

Geschätzte LeserInnenschaft,
Viel Zeit verging seitdem ich das letzte mal hier publizierte. Genügend Stunden verstrichen, sogar so viel, dass Freund Winter gemächlich ins Land zu ziehen begann und die kleine Welt, in der ich mein Alltagsleben bestreite und meinem Tageunwerk erledige oder liegen lasse, in angenehme Kälte hüllte.
Frost überzieht Landschaften und Gesichter, konstruierte wie auch wahrhaftig erfahrene Weihnachtsgefühlsgebilde zerschellen vor den Augen ihrer SchöpferInnen. Die übrig gebliebenden Trümmer rotten sich zusammen, fügen sich aneinander, biedern sich an, widern sich an, akzeptieren einander, dividieren auseinander und rüsten sich präventiv für den Zeitpunkt, an dem die Uhren die Stunde Null schlagen, der erste Januar dem zweiten weicht, die Gesinnung den Platz vergangener Räusche einnnimmt und die gleichen abgegriffenen Würfel neu gemischt werden, um das 365 Runden umfassende Spiel von neuem aufzunehmen.
Vor Weihnachten ist nach Weihnachten - manche Herzen glühen, manche brennen aus. Flüssigkeiten treiben durch Kreisläufe, sickern durch, treten aus, tropfen Richtung Erdmittelpunkt und vertrocknen auf Oberflächen. Darüber wandeln leise Geister, die unser aller Gesichter zur Schau stellen und Lieder singen, die wir alle schon mal niederschreiben, instrumentieren und unter Sternenhimmeln unseren Liebsten mitsamt ihrer Tiere in die offenen Ohren flüstern wollten. Sonnenschein kommt aus den ringsumher angelegten Kanalsystemen und füllen die schwebenden Fußsohlen mit Wärme und Hoffnung auf fassbare Träume...

Dikatoren werden hingerichtet, spanische Flughafenparkplätze explodieren und unzählige Menschen flüchten, weil ihnen verunmöglicht wird, ihre eigenen Menschenrechte für sich beanspruchen zu können.

Ich selbst gebe unkommentierte Stehsätze von mir, während ich in einem wohlig warmen Wohnzimmer sitzend einen sog. blog-eintrag verfasse. Zuvor habe ich noch die endlichen Weiten des Internetz durchstöbert und interessantes zu lesen für mich und vielleicht ja auch für dich entdeckt.
So bin ich einerseits über einen spannenden Artikel über die sich im Bayrischen Seengebiet ansiedelnde deutschen Oberschicht gestolpert, was im Zusammenhang mit den unlängst geführten Unterschicht-Diskursen Perspektiven aufwirft, die es wert sind mitgedacht zu werden. Nachzulesen in der Online-Ausgabe der guten alten Zeit.
Das ebenso in Deutschland ansässige Popkultulturmagazin Intro befasst sich im Zuge der allgemeinen Rückblicks- und Reviewgelüsten mit den musikalischen Ereignissen, die das entdeckenswürdige (Indie aufgepasst!) Genre Hip Hop im Jahr 2006 zu bieten hatte. Als weiterführende Information sei hierbei auf den altgedienten Funkjoker Toni L und die früheren Ohrenschmäuse aus Heidelberg - Stichwort Advanced Chemistry - verwiesen.


Das reicht für heute. Mir reicht es.

Das Klauskonstrukt wünscht allen, die diese Zeilen lesen und allen anderen einen angenehmen Jahreswechsel.

Bis bald.