Es geht um alles und nichts.

31. Dezember 2006

Der Witz zum Wechsel.

Zwei ehemalige Fabriksarbeiter aus der ebnso ehemaligen Sowjetunion treffen sich zufällig auf offener Straße und beginnen miteinander zu plaudern. Das Gespräch fällt relativ schnell auf die gemeinsam erlebte Geschichte als Werktätige in der großen Fabrik und das sowjetische Alltagsleben allgemein, bis einer der beiden zusammenfassend zum Ausdruck bringt: "Also das Schlimmste ist ja, dass alles was sie uns über den Kommunismus erzählt haben, gelogen war. Alles Lug und Betrug, das sage ich dir!".
Der angesprochene Kollege aus vergangenen Tagen nickt, überlegt kurz und erwidert reüssierend: "Da hast du recht aber das Allerschlimmste ist, dass alles was sie uns über den Kapitalismus erzählt haben, stimmt."

30. Dezember 2006

damals, als der jahreswechsel vor der tür saß und wartete.

Geschätzte LeserInnenschaft,
Viel Zeit verging seitdem ich das letzte mal hier publizierte. Genügend Stunden verstrichen, sogar so viel, dass Freund Winter gemächlich ins Land zu ziehen begann und die kleine Welt, in der ich mein Alltagsleben bestreite und meinem Tageunwerk erledige oder liegen lasse, in angenehme Kälte hüllte.
Frost überzieht Landschaften und Gesichter, konstruierte wie auch wahrhaftig erfahrene Weihnachtsgefühlsgebilde zerschellen vor den Augen ihrer SchöpferInnen. Die übrig gebliebenden Trümmer rotten sich zusammen, fügen sich aneinander, biedern sich an, widern sich an, akzeptieren einander, dividieren auseinander und rüsten sich präventiv für den Zeitpunkt, an dem die Uhren die Stunde Null schlagen, der erste Januar dem zweiten weicht, die Gesinnung den Platz vergangener Räusche einnnimmt und die gleichen abgegriffenen Würfel neu gemischt werden, um das 365 Runden umfassende Spiel von neuem aufzunehmen.
Vor Weihnachten ist nach Weihnachten - manche Herzen glühen, manche brennen aus. Flüssigkeiten treiben durch Kreisläufe, sickern durch, treten aus, tropfen Richtung Erdmittelpunkt und vertrocknen auf Oberflächen. Darüber wandeln leise Geister, die unser aller Gesichter zur Schau stellen und Lieder singen, die wir alle schon mal niederschreiben, instrumentieren und unter Sternenhimmeln unseren Liebsten mitsamt ihrer Tiere in die offenen Ohren flüstern wollten. Sonnenschein kommt aus den ringsumher angelegten Kanalsystemen und füllen die schwebenden Fußsohlen mit Wärme und Hoffnung auf fassbare Träume...

Dikatoren werden hingerichtet, spanische Flughafenparkplätze explodieren und unzählige Menschen flüchten, weil ihnen verunmöglicht wird, ihre eigenen Menschenrechte für sich beanspruchen zu können.

Ich selbst gebe unkommentierte Stehsätze von mir, während ich in einem wohlig warmen Wohnzimmer sitzend einen sog. blog-eintrag verfasse. Zuvor habe ich noch die endlichen Weiten des Internetz durchstöbert und interessantes zu lesen für mich und vielleicht ja auch für dich entdeckt.
So bin ich einerseits über einen spannenden Artikel über die sich im Bayrischen Seengebiet ansiedelnde deutschen Oberschicht gestolpert, was im Zusammenhang mit den unlängst geführten Unterschicht-Diskursen Perspektiven aufwirft, die es wert sind mitgedacht zu werden. Nachzulesen in der Online-Ausgabe der guten alten Zeit.
Das ebenso in Deutschland ansässige Popkultulturmagazin Intro befasst sich im Zuge der allgemeinen Rückblicks- und Reviewgelüsten mit den musikalischen Ereignissen, die das entdeckenswürdige (Indie aufgepasst!) Genre Hip Hop im Jahr 2006 zu bieten hatte. Als weiterführende Information sei hierbei auf den altgedienten Funkjoker Toni L und die früheren Ohrenschmäuse aus Heidelberg - Stichwort Advanced Chemistry - verwiesen.


Das reicht für heute. Mir reicht es.

Das Klauskonstrukt wünscht allen, die diese Zeilen lesen und allen anderen einen angenehmen Jahreswechsel.

Bis bald.

28. November 2006

soviel zeit muss sein.

das musikstück des mittlerweile vergangenen montages trägt den titel mecklenburg kommt von den wunderbaren schwedinnen, die sich den schönen namen audrey gaben und sich aufmachen die welt im allgemeinen, meine kleine welt im besonderen, mit ihren ebenso schönen klängen zu verzaubern.

ergreifend und schön, mein herz pocht.

22. November 2006

regen und strom.

der winter ist dabei den herbst in seinen schatten zu stellen und die schon lange am boden zum erliegen gekommenen blätter scheinen ihm recht zu geben. darüber hinaus hängen schwere wolken am himmel, deren düsteren farbnuancen die nässe auf den straßen und die feuchtigkeit in den gesichtern keinen besonderen oder gar überraschenden stellenwert einräumen lassen. die socken in den schuhen und das hauthaarkörperzellengemisch, das das fleisch der füße bedeckt, verschwimmen buchstäblich - im sinne der wahrhaftigkeit einer buchstabensuppe - zu einer ganzheitlichen flüssigkeit, dem wasser anmaßend artverwandt.
musik erklingt, erinnerungen erwachen und tummeln sich tanzend in den endlichen weiten eines, kopfes. der name des künstelers lautet apparat, das von ihm geschaffene musikstück trägt den titel komponent.

die rede ist von meinem kopf und meinem tag oder dem, was ich glaube darunter zu verstehen. der besagte song ist liebenswerterweise auf der website des besagten musikschaffenden zu finden und soll euch mitmenschen nicht vorenthalten bleiben. strom fließt und der klang mit ihm. durch euch.

20. November 2006

Die Zeit, die Musik, die Schönheit.

Die Uhr tickt und die Köpfe bewegen sich im Takt, Musik erklingt. Es sind die Töne der Formation The Whitest Boy Alive, deren Album Dreams kann einem mäßigen Montag schöne Lebensmomente abringen . Das musikalische Kunstwerk des Tages kommt von den besagten Künstlern und lautet Figures.
Es bleibt leider keine einzige Minute mehr übrig, um noch andere Dinge niederzuschreiben.


Kommt Zeit, kommt Ratlosigkeit, kommt Berichterstattung.

Alles Gute bis dahin.

16. November 2006

Die Medienlandschaft bleibt in Bewegung und unsere Köpfe tun es ihr gleich.

Berichterstattung in Krisengebieten ist ja an und für sich nicht die unkomplizierteste Aufgabe und kann unter Umständen den journalistischen wie auch den medial konsumierenden Alltag leicht bis kontinental durcheinanderbringen. Umso interessanter wird es, wenn sich am Medienhimmel ein Lichtlein in einen kleinen Stern entwickeln und über die vielleicht doch nicht ganz so weite Medienlandschaft (Stichwort/-name: Rupert Murdoch) hinwegstrahlen möchte. Lange Vorrede, vergleichbar kurzer Sinn - die arabische Medieninstution Al-Dschasira geht mit einer englischen Ausgabe ihres Senders an die englischsprachige Öffentlichkeit, d.h. erreicht von nun an auch ein der englischen Sprache mächtiges Publikum, das vielmehr unter der Oberfläche der wahrnehmenden und wahrgenommenen Öffentlichkeit ihr Dasein bestreitet.
Im Sinne einer breit angelegten Rezeption der Berichterstattung(en) aus dem arabischen Raum und darüber hinaus, bietet es sich durchaus an den Output des neuen Informationsknotenpunktes kritisch mitzuverfolgen. Einem Artikel der deutschen Wochenzeitung Die Zeit zufolge dürfte das Berichtete einigermaßen meinungspluralistisch ausfallen (redaktionelle Hierachien kann ich an dieser Stelle wenig berücksichtigen, weil mir hierzu einerseits der Einblick fehlt und andererseits die englische Version dieses Mediums noch zu jung ist, als dass es von mir auf eine konkrete politische Ausrichtung eingehend analysiert werden konnte, gleichwohl islamisch-religiös geprägte Tendenzen anmerkbar sind), weil der Sender wohl daran tat im Kaufhaus des internationalen Journalismus ordentlich Geld liegen zu lassen - "...hat der Sender kräftig bei den westlichen Networks eingekauft. Die Liste der Korrespondenten und Moderatoren von al-Dschasira Englisch liest sich wie ein Who’s Who des internationalen Fernseh-Journalismus." Außerdem bringt ein mehr oder weniger kurzer Überblick über die Themen, die die gleichnamige Website offeriert die Erkenntnis, dass angestrebt wird, einen breiten Kontext mit vielen internationalen "Nischen" (Berichte aus Afrika, Asien, Lateinamerika etc.) zu liefern, die der üblichen Betrachtung westlicher Köpfe vielleicht ausgespart bleibt.
Meine inneres Lechzen nach den direkten Überlieferung Al Jazeera/Al-Dschasira hat mit dem heutigen Tag ein Ende gefunden und die für mich sprachlich verständliche Form wird meinen unaufhörlichen Informationsdurst künftig zu stillen wissen, auf dass mein Gehirn nach getaner Wahrnehmungsarbeit befriedigt und medientechnisch sternhagelvoll zurücklehnt und der Dinge verharrt, die das studentisch-strebsame Lotterleben aufzuwarten vermag.

14. November 2006

seien wir verdammtnochmal ehrlich:geht's der wirtschaft gut, geht's uns doch allen gut!

market-machine-man-man of steel

Der herzensgute Chef der Voest, Wolfgang Eder, macht doch einen überzeugenden Eindruck, wenn er davon spricht, dass ihn die Politik dazu zwingt, Dinge zu tun, die er doch niemandem (am allerwenigsten seinen hochgeschätzten ArbeitnehmerInnen) zumuten will.
Abwanderung ist doch ein häßliches Wort, unnötig es auszusprechen. Jetzt lasst uns doch mal vernünftig sein. Mensch, der Standort halt. Seit mal nicht so pingelig mit eurem umweltpolitischen Firlefanz. Ihr wollt doch, dass es euch gut geht - nicht? Also, seht zu dass es dem Kapital gut geht, dann geht es nämlich der Wirtschaft gut und euch obendrein!
Macht? Ach das kann sich schon ziemlich geil anfühlen, du. Aber jetzt verplemper da mal nicht unser aller Zeit und sieh zu, dass die eine Hand die andere wäscht und an den Stecken kein Dreck kleben bleibt. Dreck ist doch nicht schön. Umwelt? Also wenn ich mich entscheiden müsste...

Gute Nacht.

12. November 2006

kurz und gut so.

Ich bin mir durchaus der Tatsache bewusst, dass neue Einträge eklatant, wenn nicht sogar ekelhaft lange, auf sich warten lassen und die Attraktivität dieser künstlich erschaffenen Internetzlebensform schwindet, so lange die angespannten Augen der LeserInnenschaft nicht stetig mit neuen Zeilen versorgt werden. Trotzdem möchte ich mit gewohnter Dreistigkeit versuchen an unser aller Geduld zu appelieren und euren lechzenden Lidern auch heute, hier und jetzt einen Schuss vor den blickenden Bug zu knallen. Die Eloquenz-Enthaltsamkeit, die Abstinenz des Absatzes, der Meinungsmangel, das Fernbleiben der Phrasen, die Stille der Sätze und Wurstigkeit gegenüber dem Wort werden alsbald ein Ende haben.

Morgen ist schließlich auch noch ein Tag, wie immer halt.

Bevor ich gehe habe ich noch folgendes gegenüber dem popkulturellen Protokoll zu verlautbaren: Der Musiktitel des Tages wurde von den Islands auf die musikalische Welt gebracht und nennt sich zufrieden Rough Gem.

Gute Nächte
nur das Schöne
und bloß nicht
das Schlechte.

6. November 2006

Musik am Montagmorgen.

Wünsche allen Spatzen in den Händen und den Tauben auf den Dächern einen guten Morgen.

Der Song des Tages kommt von Element of Crime und heißt Mach das Licht aus, wenn du gehst; zu finden auf dem wunderbaren Album Damals Hinterm Mond.

Das wars bis jetzt, das wars von mir.

Gruß,
euer gelbbehaarter Fuß

Morgenstund hat Klumpen im Mund, Klumpen aus Gold.

Neue Woche, neues Glück!

Ein neuer Tag bricht an
die Wolken hängen so wie gestern
einfach nur ein wenig rum

Montags brechen wir zusammen
der Augen Wasser zum Verwässern
ich bring euch alle um

Der Tag war losgegangen
mit seinen Brüdern und Schwestern
er drehte sich nicht um.

5. November 2006

Fahrstuhlmusik, Teil zwei.

Damals, vor einer Woche, als an den zu Boden gefallenen Blätter weder Schnee noch Frost haftete und sie noch vergnügt im Wind tanzen konnten, war die Steiermark ein Ort, an dem schöne Erinnerungen erschaffen wurden. Elektronische Kunst und politischer Diskurs erbauten sich im inneren des großen Schlossberges zu Graz und schenkten dem toten Gestein von innen heraus neues Leben. Mensch betritt einen klangvollen Fahrstuhl, überwindet damit Ebenen - nächster Halt "Kopfkunst".

Das Elevate bot ein umfassendes Programm vom Abend des Mittwoch bis in die frühen Morgenstunden des Sonntag. Ich selbst nahm aber erst ab Donnerstag daran Teil.
Nach einer mehrstündigen Autofahrt, begeleitet von entspannter Musik (das neue Album von The Album Leaf, Into the Blue Again sei der LeserInnenschaft hiermit ans verträumt entspannte Herz gelegt), guter Konversation und viel Sonnenschein erreichten meine Gefolgschaft und ich das lockende Graz. Nachdem den lebenserhaltenden Maßnahmen mit der Zuführung von Nahrungsmitteln - ja, auch Bier - nachgegangen wurde, bezog mensch wenig Zeit später vor der Hauptbühne, also dem sogenannten Dom im Berg, Stellung, um alsbald elektronisch verwurzelte Popmusik mitzuerleben. Da das gesamte Programm ohnehin der Website des Festivals entnommen werden kann, werde ich versuchen mich bei meinen Ausführungen auf die eindringlichsten KünstlerInnen zu konzentrieren. Konsequenterweise muss aber gesagt werden, dass an diesem Abend alle InterpretInnen zu begeistern wussten (ein Phänomen was sich auch an den folgenden Tagen häufig auftreten sollte...). Ganz besonders Eva Jantschisch alias Gustav, die viel neues Liedgut darbot. Ihr zweites Album verspricht für meiner einer also ein ebenso großer Wurf zu werden wie das rundum entzückende Debüt. Die Tatsache, dass sie ein- oder zweimal Probleme mit der Rezitierung ihrer eigenen Liedtexte hatte, wurden von der großen musikalischen und inhaltlichen Qualität und der sympathischen Ausstrahlung, die damit einher zu gehen scheint, gleichsam problemlos überstrahlt.
Die im Anschluss agierenden Elektromannen Machinedrum bzw. Jimmy Edgar boten für mich einen sehr guten und tanzbaren Einstieg in den kleinen Mikrokosmos der großen Welt der elektronischen Musik, der mich an den folgenden Tagen noch ausgiebig in seinen Bann zog und mich bis heute nicht loslässt.

Wenn ich die rauschenden Nachtstunden Freitag ins Gedächtnis rufe, scheint eine Figur besonders im Netz meiner Synapsen festzuhängen, der britische Rabauke Tim Exile. Der Ehrlichkeit halber sei erwähnt, dass die konzentrierte Erinnerung an diesen einen Kerl auch mit dem Rausch-bedingten, etappenweise Fehlen jeglicher Konzentration zu tun haben kann. Feste werden gefeiert wie sie fallen oder so lange bis man selber fällt. Wie auch immer, der Gesamteindruck dieses Abends ist jedenfalls ein wunderbarer.
Doch zurück zum genannten Künstler Tim Exile. Selbiger war nicht nur mit der nötigen Musikapparatur (Mikrofon, Laptop, Sampler und anderem Knopfdrehkram) ausgestattet, sondern auch mit einem großen Joystick, der auf der Höhe seines Geschlechtsteils um seine Hüften geschnallt war. Interessanterweise war dieses Stück erregiertes Plastik mit seinem Instrumentarium unmittelbar verbunden. Bei Zeiten also, wenn die tanzende Meute die krachenden Klänge mit in die Luft geworfenen Köpfen, Armen und Beinen huldigte und sich ohnehin keinen derberen Sound vorzustellen vermochte, trat der Mann mit der Lendenkonsole vor die schwitzenden Leiber und rüttelte so lange am verkabelten Phallus, bis die Klangkonstrukte noch orgiastischer wurden und noch verzerrtere Beats hervorbrachten, sprich ejakulierten. Verfeinert wurde der frühmorgendliche Auftritt, Amtsantritt war um drei Uhr, noch mit vereinzelt über die wippenden Köpfe verstreute Aussagen wie "We're in the middle of a fucking mountain! Noise for the hills" oder "This is for the Cunts!" und anderen flegelhaften Phrasen. Das Publikum dankte mit Gejohle, Gejauchze und unaufhörlichem Gehopse. Aber nicht nur der ironisierte Sexismus bestimmte die Performance, auch väterliche Fürsorge kam zum Ausdruck, als er sich danach erkundigte, ob doch alle Anwesenden ihren Eltern gesagt haben, wo sie sich denn diese Nacht befänden und so weiter. Im wahrsten Sinne des Wortes eine geile Show, nichts mit englischer Prüderie; zugegeben, eine etwas unkonventionelle Art und Weise, um mit Klischees aufzuräumen.
Meinen leicht bruchstückhaften Erinnerungen und den mit Tanzschweiß getränkten Kleidungsstücken zufolge, waren alle anderen Musikteile des Abendprogramms auch hinreißend bis fantastisch.
Erwähnt sei natürlich auch die Diskussionsrunde an der ich am späten Nachmittag teilgenommen habe, sie war sehr interessant. Gesprochen wurde über Videostreaming und freie Netzwerke bzw. über die Probleme, die sich ergeben, wenn man versucht den kommerziell motivierten Kräften im Internet freie und unabhängige Kommunikationsformen gegenüberzustellen. Die AktivistInnen aus Spanien und Österreich erläuterten ihr bisher noch utopisch anmutendes Vorhaben, in absehbarer Zeit mit den selbsterschaffenen Systemen das kommerzielle Fernsehen zu ersetzen. Bis dahin werden ihrerseits sehr ideenreiche Alternativen zu den gängigen Medienformen aufgebaut und bereits dargereicht. Das Internet bietet also sehr gute Möglichkeiten soziale Bewegungen weltweit zu vernetzen und die bisherigen Erfolge dieser digitalen Demokratisierung von unten lässt die handelnden Personen hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, da auf der Ebene dieses Aktivismus scheinbar schon so viel Unabhängigkeit erreicht wurde. Das Internet als Instrument der/zur sozialen Revolution. Klingt vielversprechend; weiterführende Links bietet die Seite des Festivals.

Soviel zu den ersten Schilderung rund um die große Sause im Schlossberg. Ausführungen und fotografische Aufnahmen, die den letzten Tag im Berg zeichnen, werden in Kürze folgen. Bis dahin wünscht Klausemann allen Augen, die meine Zeilen ihrer Blicke würdigen, eine schöne Zeit.

3. November 2006

am abend die wörter, da draußen der winter.

heimaterie und wir

nacht lebt in der kleinstadt
tanz böden dann
vibrieren

der winter in
wolken
die blätter gefrieren

an orten und stelle
die menschen!

31. Oktober 2006

ein erster bericht aus der zwischenzeit.

mein blog gehört mir, ich kann damit machen was ich will. das ist ziemlich exakt auch mit den kindern vergleichbar, die wir hoffentlich alle einmal haben, wachsen lassen und im zweifelsfall züchtigen bzw. zur adoption freigeben werden.
wie auch immer, es wird zeit wieder mal spuren im urwald des weltumspannenden internetzes zu hinterlassen, auf dass sie von emsigen pfadfinderInnen gelesen werden und sie somit ein stück weiter zum hell erstrahlenden lichts der glücklichkeit zu führen. die erlösung wartet, meine schwestern und brüder; das raumschiff ist gepackt.

genug der ziellosen abschweifungen. was ich eigentlich sagen wollte war, dass ich allen menschen, die sich diese woche über ein weiteres lebensjahr erfreuen können und feierlich ihr und kollektivistisch unser aller leben bereichern, von herzen gratulieren. ich tanze für euch, ich tanze für dich. von herzen alles gute, natascha. diese katze klaus sagt miauh.

die musikgruppe des tages sind sicherlich die wunderbaren The Decemberists, der song des moments ist ebenfalls von ihnen und heißt O Valencia.

das wars erstmal von meiner seite. weitere zeilen sollten in kürze folgen.

saludos,
euer klausemann

30. Oktober 2006

fahrstuhlmusik, teil eins.

Wie bereits ausführlich angedeutet, setzte sich meine politisch wie popkulturell interessierte Wenigkeit in enthusiastische Bewegung, um in der steiermärkischen Landeshauptstadt Fahrstuhl zu fahren und ganz nebenbei in den wunderbaren Hochgenuss von elektronischer Musik und gesellschaftspolitischen Diskurs zu kommen.
Die rauschende Atmosphäre wurde mit allen Poren ein- und ausgeatmet, getanzt wurde sowieso immer. Das alles und ein wenig Mehr(wert).

Momentan fehlt mir ja die Zeit für eine gebührende Skizzierung der schönen Geschehnisse der vergangenen Tage aber ich möchte meiner neuen Verantwortung gegenüber meinem pflegebedürftigem Lebewesen namens "blog" ehrlich und wahrhaftig entgegentreten und sie sogleich in vollem bzw. dem sich bietenden Umfang wahrnehmen. Es gibt vieles zu berichten von den mittlerweile verkohlten Tanzböden und Fußsohlen, von den interessanten Ideen und Debatten, von den originellen KünstlerInnen und den (an)organisch anmutenden Bewegungsabläufen. Alles soll hier dargeboten, nur weniges verschwiegen werden.

Bald.

26. Oktober 2006

bierhauche.

geschätzte menschen,

von nun an dürfte es keine probleme mehr bei der veröffentlichung von kommentaren geben. da sich meine kleine plattform quasi noch im embryonalstadium befindet, möchte ich mit all der sich bietend lieblichkeit darauf hinweisen, weder zu viele noch zu hohe ansprüche an dieses stück internetlebensform zu stellen. in den kommenden tagen werden sicherlich noch einige grafische, typografische und sonstwie geartete veränderungen auf diesen blog, auf uns alle, zukommen.

themawechsel.
der konsum von kohlensäurehaltigen hopfen-malz-getränken bringt ja nicht nur einen durchaus vertretbaren sozialen status jenseits der adoleszenz, temporäre gefühle des rausches und fatale epedemien im hause gehirnzelle mit sich, sondern eben auch gerüchliche kontinentalverschiebungen im persönlichen biotop mundhöle. nennen wir das tier, das sich aufmachte um auf der eigenen zunge still und heimlich in die ewigen jagdgründe einzugehen, sprich dort einfach verreckte, doch beim namen, es heißt bierhauche.
der genuss von bier und daraus entstehende getränkte atem sind wohl eine der größten ambivalenzen, auf die man beim nächtlichen umherstreunen zwischen barhockern, tanzböden und sich füllenden aschenbecher unweigerlich trifft. aber der mensch will sich oftmals nicht so einfach vom atmen trennen und bierchen bleiben auch dann noch lecker, wenn man so riecht wie eines. so ist es. so lange alle am bierchen sippen, ist auch alles gut.
entweder es tanzen alle, oder es tanzt niemand!

apropos tanzschritt, das grazer schlossbergfest naht und meine hüften können jetzt schon nicht aufhören zu kreisen. an dieser stelle sei darauf hingewiesen, dass jede/r die/der sich nicht dort einfindet um mit mir und vielen anderen hoffnungsträgerInnen der welt die hiesigen tanzflächen mit schwitzenden leibern zu füllen und sie gleichzeitig in brand zu stecken, im grunde keine popkulturelle daseinsberechtigung hat.
gut, man mag jetzt argumentieren von wegen "du faschistisches drecksauschwein sagst mir nicht, was ich mit meinen freien tagen anzufangen habe" und so weiter aber im grunde wissen die betroffenen doch ganz genau, dass es grundlegend falsch und verwerflich ist, nicht dort hinzugehen.
wie auch immer, horizonte sind da, um erweitert zu werden und die gemeinde der elektronischen musik ist bereit einen neuen jünger bzw. verlorenen sohn in ihre mitte aufzunehmen.

der nächste eintrag meinerseits wird wohl erst nach den anstehenden tagen des politischen tanzbeins (siehe programm) passieren aber ihr könnt euch bis dahin ja auch mit anderen dingen beschäftigen, als ständig nur im internetz rumzuhängen und mit dem lesen meiner zeilen unser aller zeit zu stehlen. vielleicht wäre ja ein ausführliches nachdenken über das eigene dasein und die berechtigung hierfür eine brauchbare alternative.

dance tonight,
revolt tomorrow.

klausemann gelbhaar wünscht schöne tage und so.

25. Oktober 2006

hallo,

das hier ist der erste eintrag in meinen bescheidenen blog. mehr nicht. vorerst.

was noch kommt, vermag wohl nur der wind zu wissen.

soweit, so gut.