Es geht um alles und nichts.

16. November 2006

Die Medienlandschaft bleibt in Bewegung und unsere Köpfe tun es ihr gleich.

Berichterstattung in Krisengebieten ist ja an und für sich nicht die unkomplizierteste Aufgabe und kann unter Umständen den journalistischen wie auch den medial konsumierenden Alltag leicht bis kontinental durcheinanderbringen. Umso interessanter wird es, wenn sich am Medienhimmel ein Lichtlein in einen kleinen Stern entwickeln und über die vielleicht doch nicht ganz so weite Medienlandschaft (Stichwort/-name: Rupert Murdoch) hinwegstrahlen möchte. Lange Vorrede, vergleichbar kurzer Sinn - die arabische Medieninstution Al-Dschasira geht mit einer englischen Ausgabe ihres Senders an die englischsprachige Öffentlichkeit, d.h. erreicht von nun an auch ein der englischen Sprache mächtiges Publikum, das vielmehr unter der Oberfläche der wahrnehmenden und wahrgenommenen Öffentlichkeit ihr Dasein bestreitet.
Im Sinne einer breit angelegten Rezeption der Berichterstattung(en) aus dem arabischen Raum und darüber hinaus, bietet es sich durchaus an den Output des neuen Informationsknotenpunktes kritisch mitzuverfolgen. Einem Artikel der deutschen Wochenzeitung Die Zeit zufolge dürfte das Berichtete einigermaßen meinungspluralistisch ausfallen (redaktionelle Hierachien kann ich an dieser Stelle wenig berücksichtigen, weil mir hierzu einerseits der Einblick fehlt und andererseits die englische Version dieses Mediums noch zu jung ist, als dass es von mir auf eine konkrete politische Ausrichtung eingehend analysiert werden konnte, gleichwohl islamisch-religiös geprägte Tendenzen anmerkbar sind), weil der Sender wohl daran tat im Kaufhaus des internationalen Journalismus ordentlich Geld liegen zu lassen - "...hat der Sender kräftig bei den westlichen Networks eingekauft. Die Liste der Korrespondenten und Moderatoren von al-Dschasira Englisch liest sich wie ein Who’s Who des internationalen Fernseh-Journalismus." Außerdem bringt ein mehr oder weniger kurzer Überblick über die Themen, die die gleichnamige Website offeriert die Erkenntnis, dass angestrebt wird, einen breiten Kontext mit vielen internationalen "Nischen" (Berichte aus Afrika, Asien, Lateinamerika etc.) zu liefern, die der üblichen Betrachtung westlicher Köpfe vielleicht ausgespart bleibt.
Meine inneres Lechzen nach den direkten Überlieferung Al Jazeera/Al-Dschasira hat mit dem heutigen Tag ein Ende gefunden und die für mich sprachlich verständliche Form wird meinen unaufhörlichen Informationsdurst künftig zu stillen wissen, auf dass mein Gehirn nach getaner Wahrnehmungsarbeit befriedigt und medientechnisch sternhagelvoll zurücklehnt und der Dinge verharrt, die das studentisch-strebsame Lotterleben aufzuwarten vermag.

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