Es geht um alles und nichts.

28. Februar 2009

Les victimes de l'intolérance

Im Jahr 1966 hat Claude Jutra, Autor und Regisseur aus Quebec, einen dokumentarischen Kurzfilm über eine sich entwickelnde Jugendkultur gedreht, die sich über ein neuartiges Sportgerät definierte. Das Rollbrett - ein hölzernes Gefährt auf vier Rollen, das neue Möglichkeiten bot öffentliche Räume spielerisch für sich zu erschließen bzw. Geschwindigkeit und alternative Formen der Fortbewegung zu erfahren. Grenzerfahrungen, Körpergefühl und Indivdualität. Ein gefundenes Fressen für Jugendliche Stürmer und Dränger, aber auch ein gefundenes Fressen für jene konservative Autoritäten, denen dieses "Spielzeug des Teufels" ein Dorn im Auge war. Gesetzliche Regelungen sollten folgen, Bewegung wurde eingeschränkt.

"Rouli-roulant", so der Originaltitel dieses sehenswerten Zeitdokuments, zeigt in ästhetisch interessant montierten Bildern die Anfänge einer sportlichen (und übrigens damals auch sehr stilvoll gekleideten) Jugendbewegung, deren Anspruch auf persönliche Freiheit eingeschränkt und zum Teil sogar illegalisiert wurde.





Claude Jutra, der in den späten 50ern unter anderem auch mit François Truffaut zusammengearbeitet hat, war außerdem auch als Schauspieler tätig. So etwa in einen wunderbaren kleinen Animationsfilm über einen Mann, einen Stuhl und der Beziehung zwischen den beiden. "A Chairy Tale": eine ideenreich inszenierte und überzeugend gespielte Geschichte, die von gegenseitigem Respekt und Freundschaft handelt. Einfach in Ruhe hinsetzen und genießen.

1 Kommentar:

stefan hat gesagt…

sehr schön. ich mag kurze dokus.