Es geht um alles und nichts.

30. Juli 2007

Un-Sicherheit und öffentlicher Raum.

Im Zuge der Zunahme realer und/oder konstruierter Gefahren, der sich vor allem Gesellschaften sogenannter westlicher Prägung ausgesetzt fühlen, fällt bei sorgfältiger Wahrnehmung der eigenen Umwelt auf, dass nicht nur menschliche sondern in unüberschaubarem Ausmaß auch elektronische Augen wachsamer werden.

Ob öffentliche Räume überhaupt noch als solche bezeichnet werden können, wenn der Zugang zu selbigen mitunter von äußerlichen Auffälligkeiten, dem Abweichen von normierten Verhaltensmustern und ähnlichen externen Faktoren, die via audiovisueller Aufzeichnungen dokumentiert werden können, abhängig gemacht wird, sind dann Fragen, die sich in diesem Zusammenhang quasi selbst aufwerfen.

Vor allem urbane Räume werden mit einem Netz von Videoüberwachungssystemen überzogen und die an diesen Orten lebenden Menschen überdenken die von ihnen selbst mitgestaltete gesellschaftliche Ordnung. Angefangen wird zu allererst damit, vor der eigenen Türe eifrig zu kehren, um danach schnell wieder alles zu und dicht zu machen. Luftdicht verschlossen, irgendwie Vakuum.
Effizienz macht übrigens erst recht nicht vor Gefängnismauern halt, fragen Sie doch einmal bei Jeremy Bentham oder Michel Foucault nach, die werden Ihnen gerne Auskunft darüber geben.

1 Kommentar:

Kwisatz hat gesagt…

Wenn das Hinschauen zur Äusserung des Problems des Wegschauens wird...

dann kommt es zu dem wunderbaren Phänomen, dass man sich immer und überall beobachtet, eh nein, sicher fühlt.

Früher hat Omi noch mit dem bösen Finger zu Artigkeit ermahnt, heute sitzt sie im Altersheim; und CCTVs laufen in Ermanglung entsprechender Extremitäten nicht zu vergleichbarer Höchstform auf.

Verlässt sich eine Gesellschaft auf CCTVs, dann weil sie eigentlich wegschauen möchte: Fixer in der Frankfurter Fußgängerzone? (Konstablerwache) Woll'n wir nicht sehen. Also Kameras installiert, Junkies in den Untergrund verscheucht, Problem gelöst! (?)